Martensteins Kritik: Deutsche Außenpolitik im Nahost-Krisenfall
Martenstein kritisiert deutsche Außenpolitik bei Evakuierung

Martensteins offener Brief an den Außenminister

Harald Martenstein, der bekannte Kolumnist der BILD-Zeitung, hat in seiner neuesten Kolumne vom 3. März 2026 deutliche Worte an die deutsche Außenpolitik gerichtet. Der 72-jährige Autor richtet sich direkt an den deutschen Außenminister und übt fundamentale Kritik am Krisenmanagement der Bundesregierung.

Die unterschiedlichen Reaktionen auf den Nahost-Krieg

Unmittelbar nach Ausbruch des neuen Nahost-Konflikts ergriff der britische Premierminister klare Maßnahmen. Er erklärte öffentlich, es sei seine Pflicht, britische Leben zu schützen. Die britische Regierung organisiert daraufhin eine umfassende Evakuierungsaktion für ihre Bürgerinnen und Bürger. Diese werden zunächst auf dem Landweg nach Saudi-Arabien gebracht und von dort aus mit Flugzeugen in die Heimat zurückgeflogen. Die gesamte Operation wird persönlich von der britischen Außenministerin koordiniert.

In Dubai sind derzeit etwa 30.000 deutsche Staatsbürger gestrandet. Während der Bundeskanzler zu dieser Situation keine öffentliche Stellungnahme abgab, äußerte sich der deutsche Außenminister deutlich zurückhaltender als sein britischer Kollege. Er erklärte, eine vergleichbare Evakuierungsaktion "werden wir nicht machen können". Stattdessen riet die deutsche Regierung den betroffenen Bürgern, sich auf eigene Faust einen Weg in Sicherheit zu suchen. Nur "möglicherweise" würden sie an anderen Orten dann Informationen von ihrer Regierung erhalten.

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Die späte Kurskorrektur und Martensteins Kritik

Erst nach einiger Zeit erkannte die deutsche Regierung unter Johann Wadephul den blamablen Fehler dieser Haltung. Schließlich entschied man sich doch dafür, Flugzeuge für die Evakuierung deutscher Staatsbürger einzusetzen. Martenstein kommentiert diese späte Kehrtwende mit dem deutlichen Hinweis: "Even german lives matter" – auch deutsche Leben zählen.

In seiner Kolumne zeichnet Martenstein ein bedenkliches Bild der jüngeren deutschen Außenpolitik. Auf den als schwach empfundenen ehemaligen Außenminister Heiko Maas von der SPD folgte eine Grünen-Politikerin, die seiner Ansicht nach wenig Ahnung von europäischen Realitäten hatte. Diese Politikerin habe Grönland fälschlicherweise der EU zugeschlagen und keine Vorstellung von den Bevölkerungszahlen in Europa gehabt.

Die politischen Motive hinter der Zurückhaltung

Martenstein vermutet hinter dem zögerlichen Verhalten des aktuellen Außenministers politische Rücksichtnahmen. Der Minister bereite möglicherweise eine Mega-Koalition mit SPD und Grünen vor und wolle daher vermeiden, dass sich die ehemaligen Außenminister Annalena Baerbock oder Heiko Maas durch bessere Leistungen seinerseits beschämt fühlen. "Sie sind eben ein Gentleman alter Schule", schreibt Martenstein mit spürbarer Ironie in seinem offenen Brief.

Die Kolumne endet mit der höflichen, aber beißenden Schlussformel "Hochachtungsvoll Ihr Harald Martenstein" und lädt die Leserschaft ein, ihre Meinung zu dieser Kritik zu äußern.

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