Martensteins scharfe Kritik an der Außenpolitik
In seiner neuen täglichen Kolumne für BILD richtet sich der Journalist und Autor Harald Martenstein (72) mit deutlichen Worten an Franjo Pooth. Der Hintergrund: Pooth holt derzeit seinen 14-jährigen Sohn Rocco auf eigene Faust aus Dubai zurück – ein abenteuerlicher Trip durch die Wüste, den Martenstein aus väterlicher Solidarität voll unterstützt.
Regierungsversagen im internationalen Vergleich
„Auf die Hilfe unserer Regierung können wir uns bei Gefahr nicht wirklich verlassen“, schreibt Martenstein und verweist auf ein aktuelles Interview des Außenministers bei Welt TV, das er als inhaltsleeres „Geschwurbel“ bezeichnet. Während Italien sofort Busse Richtung Oman organisiert habe und Tschechien zeitnah Militärmaschinen für Rückholaktionen eingesetzt habe, stelle sich die Frage: „Wo sind unsere Flugzeuge?“
Diese Frage sei umso drängender, als der Bundeswehr für 2026 einschließlich Sondervermögen 108 Milliarden Euro zur Verfügung stünden. Die Diskrepanz zwischen finanzieller Ausstattung und tatsächlicher Handlungsfähigkeit im Krisenfall wirft für Martenstein ein bezeichnendes Licht auf die aktuelle politische Lage.
Verlässlichkeit nur bei Steuern und Leistungskürzungen
Der Kolumnist führt sarkastisch aus, auf wenige Dinge könne man sich in Deutschland noch verlassen: Die Mehrwertsteuer werde irgendwann steigen, die Krankenkassen würden ihre Leistungen reduzieren, und für beides werde dann der Klimawandel verantwortlich gemacht. Diese zynische Bestandsaufnahme unterstreicht seine grundlegende Kritik an der staatlichen Handlungsfähigkeit.
Vom „Vater Staat“ zum entfremdeten Elternteil
Besonders pointiert bringt Martenstein sein Unbehagen mit der Metapher des „Vater Staats“ zum Ausdruck: „Unser Vater Staat hat sich leider einem Vaterschaftstest unterzogen, dabei kam offenbar raus, dass er nichts mit uns zu tun hat.“ Dieser bildhafte Vergleich verdeutlicht die empfundene Entfremdung zwischen Staat und Bürgern in existenziellen Fragen.
Abschließend wendet sich Martenstein wieder an Franjo Pooth und würdigt dessen entschlossenes Handeln: „Aber es gibt ja noch echte Väter wie Sie, Franjo.“ Mit herzlichen Grüßen und Wünschen für weiteres Glück beendet er seinen offenen Brief, der nicht nur eine persönliche Solidaritätsbekundung, sondern eine grundsätzliche politische Kritik darstellt.



