Melania Trumps Wortwahl zu ukrainischen Kindern sorgt für Kritik - Rückführung mit US-Hilfe
Melania Trumps Wortwahl zu ukrainischen Kindern sorgt für Kritik

Melania Trumps Wortwahl zu ukrainischen Kindern erregt Aufsehen

Seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine dokumentieren Behörden in Kiew systematische Verschleppungen und Zwangsumsiedlungen von Minderjährigen aus besetzten Gebieten. Die von der ukrainischen Regierung betriebene Datenbank "Children of War" verzeichnet aktuell etwa 20.000 Fälle dieser schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen.

Internationale Justiz und US-Unterstützung

Der Internationale Strafgerichtshof erließ bereits 2023 Haftbefehle gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin und die Kinderrechtsbeauftragte Maria Lwowa-Belowa. Ihnen wird der Verdacht der rechtswidrigen Deportation und Verschleppung ukrainischer Kinder vorgeworfen.

Um diese Kinder zurückzuholen, arbeitet die ukrainische Regierung mit Menschenrechtsorganisationen und internationalen Vermittlern zusammen. Seit kurzem erhält Kiew dabei auch Unterstützung von der First Lady der USA, Melania Trump. Das Weiße Haus gab am Donnerstag bekannt, dass mehrere ukrainische Kinder wieder mit ihren Familien vereint werden konnten.

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Auffällige sprachliche Zurückhaltung

Besonders auffällig war dabei die Wortwahl in der offiziellen Pressemitteilung des Weißen Hauses. Darin heißt es, die Kinder seien "wegen des regionalen Konflikts" von ihren Familien "getrennt" worden. Weiter ist von Kindern die Rede, "die aufgrund der Umstände dieses Konflikts vertrieben wurden".

Der Begriff "Verschleppung" sucht man in der amerikanischen Stellungnahme vergeblich. Wie viele Kinder konkret in die Ukraine zurückgebracht wurden, ließ das Weiße Haus dabei bewusst offen.

Kritik und weitere Details

Der "Kyiv Independent" wies auf ein weiteres bemerkenswertes Detail hin: Laut der Pressemitteilung seien auch russische Kinder mit ihren Familien vereint worden. Die ukrainische Zeitung stellt jedoch klar: "Es gibt keine glaubwürdigen Berichte oder Beweise dafür, dass russische Kinder während des Krieges von Ukrainern entführt worden sind."

Die Dimension des Problems bleibt weiterhin enorm. Von den in der Datenbank erfassten Kindern sind bisher weniger als 2000 zurückgekehrt. Die ukrainische Regierung betont wiederholt, dass die Rückführung aller verschleppten Kinder eine zentrale Bedingung für jedes mögliche Friedensabkommen mit Russland darstellt.

Weitere Entwicklungen im Ukraine-Krieg

Drohungen gegen ukrainischen Athleten: Der ukrainische Skeletonpilot Wladislaw Heraskewytsch erhält nach eigenen Angaben zahlreiche Drohungen aus Russland. Dies geschieht nicht erst seit seiner umstrittenen Disqualifikation bei den Winterspielen wegen des sogenannten "Helms des Gedenkens". Ein Grund für die Anfeindungen sei sein Engagement für den Ausschluss russischer Athleten von internationalen Wettbewerben.

EU-Importe von russischem Flüssigerdgas: Die Europäische Union importierte im vergangenen Jahr Flüssigerdgas aus Russland im Wert von etwa 7,4 Milliarden Euro. Dies entspricht einem leichten Rückgang von rund 3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie Daten der EU-Statistikbehörde Eurostat zeigen.

Neue Friedensgespräche: Die nächste Runde der Friedensgespräche zwischen Russland und der Ukraine soll kommende Woche in Genf stattfinden. Russische Nachrichtenagenturen berichten, die Unterredungen seien für Dienstag und Mittwoch geplant.

US-Position zu Sicherheitsgarantien: Die Vereinigten Staaten haben Kiew offenbar deutlich gemacht, dass sie keine Vereinbarung über Sicherheitsgarantien für die Ukraine abschließen werden, solange kein umfassendes Friedensabkommen zwischen der Ukraine und Russland existiert.

Selenskyjs Äußerungen zu Wahlen: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zeigte sich offen für Präsidentschaftswahlen in der Ukraine und für ein Referendum über ein Friedensabkommen mit Russland. "Sind wir bereit für Wahlen? Wir sind bereit. Sind wir bereit für ein Referendum? Wir sind bereit", erklärte Selenskyj in einem Interview.

Militärische Entwicklungen: Russische Streitkräfte haben an der Front eine neue Version des schweren Raketenwerfersystems TOS-3 "Drakon" eingesetzt. Das ukrainische Verteidigungsmedium Defence Express berichtet über größere Reichweite und verbesserten Schutz der modernisierten Anlage.

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Opferzahlen: Bei russischen Angriffen auf die südukrainische Hafenstadt Odessa und im Osten der Ukraine kamen sechs Menschen ums Leben, darunter drei Brüder. Zwei 19-jährige Zwillinge und ihr achtjähriger Bruder starben bei einem Angriff auf ein Wohngebiet in Kramatorsk.

Nordkoreanische Beteiligung: Etwa 6000 nordkoreanische Soldaten wurden im Krieg gegen die Ukraine getötet oder verletzt, wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap News Agency unter Berufung auf Geheimdienstinformationen berichtet.