Spionage-Alarm bei Kanzlerreise: Merz setzt in China auf Not-Telefone
Peking – Bei seiner aktuellen Reise nach China greift Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zu drastischen Sicherheitsmaßnahmen. Wie aus Delegationskreisen bekannt wurde, nutzt der 70-jährige Regierungschef ein speziell eingerichtetes Not-Telefon, um sich vor möglichen Ausspähaktionen des chinesischen Regimes zu schützen.
Spezielle Sicherheitsvorkehrungen für die gesamte Delegation
Das von der Kanzleramts-IT vorbereitete Gerät enthält ausschließlich die Kontaktdaten der wichtigsten Mitarbeiter mit temporär aktiven Mobilnummern. Nicht nur Merz selbst, sondern alle Mitglieder der deutschen Delegation verwenden solche speziellen Telefone, die nach der Reise komplett gelöscht und sicherheitsüberprüft werden.
Dieses Vorgehen soll verhindern, dass Regierungsmitglieder später mit unentdeckter Spähsoftware auf ihren privaten oder dienstlichen Mobilgeräten kommunizieren. Die Sicherheitsmaßnahmen resultieren aus Erfahrungen mit früheren China-Besuchen deutscher Politiker.
Vorgänger Scholz als Warnbeispiel
Bereits der China-Besuch von Ex-Kanzler Olaf Scholz (SPD) im April 2024 hatte bei deutschen Sicherheitsbehörden für erhebliche Besorgnis gesorgt. Der Verfassungsschutz hatte damals vor einer deutlich erhöhten Spionagegefahr durch chinesische Stellen gewarnt.
Bei Scholz' Reise wurden sogar noch umfangreichere Vorkehrungen getroffen: Sein Hotelzimmer wurde abhörsicher umgebaut, und ein Spezialtechniker mit Kryptogerät begleitete die Delegation. Diese Maßnahmen waren notwendig geworden, nachdem Geheimdienste über einen bevorstehenden iranischen Angriff auf Israel informiert hatten und Scholz aus der chinesischen Metropole Chongqing geschützt mit Verbündeten kommunizieren musste.
Aktuelle Sicherheitspraktiken bei Regierungsreisen
Heute werden Unterkünfte und Kommunikationsmittel von Regierungsmitgliedern vor und während China-Reisen intensiv durch deutsche Sicherheitsbehörden überprüft. Allerdings gibt es praktische Grenzen: So können die begleitenden BKA-Beamten nicht die gesamte Hotelinfrastruktur – wie etwa Deckenverkleidungen – auf versteckte Wanzen untersuchen.
In Delegationskreisen geht man davon aus, dass jegliche Kommunikation in China potenziell abgehört werden könnte. Darauf hat sich auch Kanzler Merz eingestellt und agiert entsprechend vorsichtig mit seinem speziellen Not-Handy, berichten Insider. Die Sicherheitsphilosophie lautet: Lieber übervorsichtig sein, als später mit kompromittierten Geräten zu arbeiten.
Die Maßnahmen zeigen, wie ernst die deutsche Regierung die Spionagegefahr in China nimmt und welche Ressourcen für den Schutz sensibler Regierungskommunikation aufgewendet werden.



