Münchner Sicherheitskonferenz: Merz streckt Hand aus - wie reagiert US-Außenminister Rubio?
Merz streckt Hand aus - wie reagiert US-Außenminister Rubio?

Münchner Sicherheitskonferenz: Merz streckt die Hand aus - wie reagiert Rubio?

Mit großer Spannung wird an diesem Samstag der Auftritt von US-Außenminister Marco Rubio auf der Münchner Sicherheitskonferenz erwartet. Die zentrale Frage lautet: Wird er an die scharfen Attacken von Vizepräsident JD Vance gegen die europäischen Verbündeten aus dem Vorjahr anknüpfen oder versöhnliche Töne anschlagen? Vor seiner Abreise nach München deutete Rubio bereits auf Letzteres hin, als er betonte: „Europa ist uns wichtig.“ Gleichzeitig kündigte er an, über die Gestaltung einer neuen Weltordnung sprechen zu wollen.

Merz setzt den Ton für transatlantische Beziehungen

Bereits am Freitag hatte Kanzler Friedrich Merz den Ton für die Sicherheitskonferenz gesetzt. In seiner Eröffnungsrede plädierte der CDU-Chef für einen Neustart der transatlantischen Beziehungen mit einem starken und weitgehend eigenständigen europäischen Pfeiler. „Wenn unsere Partnerschaft eine Zukunft haben soll, dann müssen wir sie im doppelten Sinn neu begründen“, erklärte Merz nachdrücklich. „Diese Begründung muss handfest sein, nicht esoterisch. Wir müssen diesseits und jenseits des Atlantiks zu dem Schluss kommen: Zusammen sind wir stärker.“

Der Kanzler warb für eine europäische Selbstbehauptung in einer neuen Weltordnung der Großmachtpolitik durch mehr militärische Eigenständigkeit, wirtschaftliche Stärke und politische Geschlossenheit. In bemerkenswert offenen Worten kritisierte er dabei auch die Innenpolitik von US-Präsident Trump: „Der Kulturkampf der Maga-Bewegung in den USA ist nicht unserer. Die Freiheit des Wortes endet hier bei uns, wenn sich dieses Wort gegen Menschenwürde und Grundgesetz wendet.“

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Internationale Prominenz und Demonstrationen

Die Münchner Sicherheitskonferenz gilt als eine der wichtigsten Sicherheitstreffen der letzten Jahrzehnte und ist in diesem Jahr so prominent besetzt wie nie zuvor. Mehr als 60 Staats- und Regierungschefs sowie rund 100 Außen- und Verteidigungsminister nehmen an den Beratungen teil, die bis Sonntag andauern.

Im Anschluss an Rubios Rede werden weitere hochrangige internationale Vertreter das Wort ergreifen:

  • Chinas Außenminister Wang Yi
  • EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gemeinsam mit dem britischen Premierminister Keir Starmer
  • Hessens Ministerpräsident Boris Rhein mit dem kalifornischen Gouverneur Gavin Newsom

Newsom gilt als möglicher Präsidentschaftskandidat der oppositionellen Demokraten im Jahr 2028. Die Gespräche zwischen Rhein und Newsom werden sich insbesondere auf die transatlantische Zusammenarbeit konzentrieren.

Am Rande der Konferenz werden zahlreiche Demonstrationen erwartet, darunter eine Großkundgebung gegen die iranische Regierung in Teheran. Die Veranstalter rechnen mit etwa 100.000 Teilnehmern auf der Münchner Theresienwiese. Voraussichtlich wird auch Reza Pahlavi, der Sohn des 1979 gestürzten Schahs von Persien, an der Demonstration teilnehmen.

Französische Unterstützung für europäische Stärke

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron unterstützte am Freitag in München die Forderung nach einem stärkeren Europa. Er warb dafür, Europa zu einer „geopolitischen Macht“ zu machen und betonte: „Man muss als Europäer denken und handeln. Das ist es, was wir jetzt tun müssen.“

Die Konferenz steht im Zeichen mehrerer globaler Herausforderungen, darunter der Umbruch der Weltordnung, die Krise in den transatlantischen Beziehungen, der Iran-Konflikt und der anhaltende Ukraine-Krieg. Während Merz nicht im Publikum sitzen wird, wenn Rubio im Ballsaal des Bayerischen Hofs spricht, hatten sich beide bereits am Freitag am Rande der Konferenz zu einem bilateralen Treffen getroffen.

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