Merz reist zu zweitem Treffen mit Trump ins Weiße Haus
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) wird am kommenden Dienstag zum zweiten Mal von US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus in Washington empfangen. Der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille bestätigte in Berlin, dass ein Gespräch im Oval Office am Vormittag geplant ist, gefolgt von einem gemeinsamen Mittagessen. Merz bricht bereits am Montag in die USA auf, nachdem er die Reise bereits angekündigt hatte, während Details wie der genaue Zeitpunkt erst jetzt offiziell wurden.
Harmonischer Antrittsbesuch im Juni 2025
Der Besuch findet genau neun Monate nach dem Antrittsbesuch des Kanzlers statt, der einen Monat nach seiner Vereidigung im Juni 2025 erfolgte. Im Gegensatz zu anderen internationalen Treffen, etwa mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj oder dem südafrikanischen Staatschef Cyril Ramaphosa, verlief diese erste Begegnung äußerst harmonisch. Trump bezeichnete Merz damals als einen „respektierten“ und „guten Mann“ und versprach eine großartige Beziehung zu Deutschland.
Konfrontativere Themen auf der Agenda
Diesmal könnte das Treffen jedoch deutlich schwieriger verlaufen. Die Agenda umfasst mehrere heikle Themen, die zu Spannungen führen könnten:
- Zollstreit mit den USA: Der Konflikt hat sich wieder verschärft, nachdem das Oberste US-Gericht Trump untersagte, unter Berufung auf ein Notstandsgesetz Zölle auf Importe zu verhängen. Trump kündigte daraufhin alternative Wege an, um seine Zölle durchzusetzen, woraufhin das Europäische Parlament die Umsetzung des Zollabkommens zwischen USA und EU formell auf Eis legte.
- Russischer Angriffskrieg gegen die Ukraine: Die von den USA vermittelten Verhandlungen zwischen Ukraine und Russland kommen nicht voran. Die europäischen Verbündeten sind zwar eingebunden, spielen aber keine maßgebliche Rolle, was zu Frustration führen könnte.
- China-Politik: Merz wird Trump von seiner jüngsten China-Reise berichten, von der er am Donnerstagabend zurückkehrte. Der US-Präsident wird Anfang April in Peking erwartet, was die Diskussion über die strategische Ausrichtung im Umgang mit China zusätzlich anheizen dürfte.
Die bilateralen Beziehungen, die sicherheitspolitische Lage sowie Handels- und Wettbewerbsfragen stehen ebenfalls im Fokus. Während das erste Treffen im Oval Office harmonisch verlief, könnte dieses zweite Zusammentreffen aufgrund der komplexen globalen Herausforderungen konfrontativer ausfallen. Merz muss nun diplomatisches Geschick beweisen, um die deutsch-amerikanischen Beziehungen in turbulenten Zeiten zu stabilisieren.



