Caren Miosga (57) hat in ihrer ARD-Talksendung einen besonders perfiden Trick der iranischen Propaganda angeprangert. Die Moderatorin zeigte sich erstaunt über die ungewöhnlichen Tarnfarben: „Die posten und bringen in Umlauf rosa oder pinke Raketen, oder verschleierte Frauen mit pinkfarbenen Kalaschnikows“, sagte sie. „Was soll das heißen? Ist das eine Art, die Leute wieder mehr für sich zu gewinnen?“
Popkulturelle Anspielung oder alte Propaganda?
Nahost-Experte Daniel Gerlach (49) widersprach zunächst: „Nein. Solche Art von halb geschmacklosen Propagandabildern ist ja nichts Neues in der Islamischen Republik.“ Doch dann relativierte er: „Etwas anderes ist, dass das islamische Regime sich in den letzten Monaten damit gebrüstet hat, dass sie unverschleierte Frauen auf den Straßen von Teheran haben. Dass, wenn es irgendwelche Interviewsituationen gibt, wo Menschen auf der Straße interviewt wurden, plötzlich Frauen auftauchten, die eher so Kim-Kardashian-mäßig aussahen.“
Miosga hakt nach: Popkulturelle Anspielung?
Miosga ließ nicht locker: „Darauf spielt das ja an. Das ist eine popkulturelle Anspielung!“ Doch der US-Journalist Bojan Pancevski vom „Wallstreet Journal“ erkannte hinter der neuen Propagandaoffensive deutlich mehr. Die Machthaber in Teheran sprächen damit „den amerikanischen Wähler und die Medien an, nicht die eigene Bevölkerung.“
Heil kritisiert Trump
Ex-Arbeitsminister Hubertus Heil (53) kritisierte erst einmal Trump für den Ausstieg aus dem Nuklearabkommen mit den Mullahs: „Es hieß, man wolle die atomare Bewaffnung des Iran abwenden. Ich kann nur sagen: Wahrscheinlich war das Nuklearabkommen, das es bisher gab, ein besseres als das, was möglicherweise jetzt rauskommt.“
Angst der Mullahs vor dem Ende
Daniel Gerlach analysierte die Situation: Dahinter stehe die Furcht der Mullahs und der Revolutionsgarden, dass für sie jetzt „jeder Tag der letzte“ sein könne. Die beängstigende Analyse des Experten: „Das Regime hat zwei Möglichkeiten. Das eine ist, Konzessionen zu machen und den Menschen den Druck zu nehmen, aber dann gefährdet es seine eigene Machtposition. Die wahrscheinlichere und schlimmere Alternative ist, dass man mit viel brutalerer Repression vorgeht, weil man jetzt sagt: Dieser Protest war eine Vorbereitung auf einen militärischen Angriff auf unser System. Infolgedessen sind alle, die protestieren, Quellen von militärischer Gefahr für das Regime.“



