Ein leises Brummen, kaum lauter als ein Kühlschrank – und doch könnte genau dieser Ton helfen, Alzheimer auszubremsen. Forscher testen seit Jahren eine 40-Hertz-Stimulation, die das „Reinigungssystem“ des Gehirns anregen und schädliche Eiweiße ausschwemmen soll.
Wie der Effekt untersucht wurde
In einer aktuellen Studie setzten Wissenschaftler Probanden über mehrere Wochen hinweg täglich einer 40-Hertz-Schallstimulation aus. Die Teilnehmer trugen dabei spezielle Kopfhörer, die das Brummen erzeugten. Mittels bildgebender Verfahren wurde anschließend die Aktivität des glymphatischen Systems gemessen, das für den Abtransport von Abfallstoffen im Gehirn zuständig ist.
Ergebnisse der Studie
Die ersten Ergebnisse zeigen tatsächlich eine verstärkte Reinigungsaktivität. Die Konzentration von Beta-Amyloid, einem Eiweiß, das für die Bildung von Alzheimer-Plaques verantwortlich gemacht wird, sank bei den Teilnehmern um durchschnittlich 15 Prozent. Auch die kognitive Leistungsfähigkeit verbesserte sich in einigen Tests leicht.
Warum Experten zur Vorsicht raten
Trotz dieser vielversprechenden Daten warnen Fachleute vor überzogenen Erwartungen. Die Studie umfasste nur eine kleine Gruppe von 50 Personen, und die Langzeiteffekte sind noch unklar. Zudem sei ungewiss, ob die Stimulation bei allen Alzheimer-Formen gleichermaßen wirkt. „Es handelt sich um einen ersten Hinweis, aber noch lange nicht um eine Therapie“, betont eine Neurologin der Deutschen Alzheimer Gesellschaft.
Weitere Forschung ist nötig, um die optimale Dauer und Intensität der Schallstimulation zu bestimmen und mögliche Nebenwirkungen auszuschließen. Bis dahin bleibt das Kühlschrank-Brummen ein spannendes, aber noch experimentelles Verfahren.



