Mojtaba Khamenei: Irans Staatsfernsehen inszeniert den neuen starken Mann als Nachfolger
Mojtaba Khamenei: Irans Staats-TV inszeniert neuen starken Mann

Mojtaba Khamenei: So inszeniert Irans Staatsfernsehen den neuen starken Mann

Er folgt auf seinen getöteten Vater: Mojtaba Khamenei wird das neue geistliche Oberhaupt der Islamischen Republik Iran. Die regimetreuen Medien huldigen dem neuen Anführer in einer sorgfältig choreografierten Inszenierung, obwohl er laut Verfassung das Amt eigentlich nicht innehaben dürfte.

Live-TV-Propaganda und jubelnde Menschenmassen

Das iranische Staatsfernsehen verbreitet Bilder von scheinbar begeisterten Bürgern auf den Straßen Teherans, die die Ernennung feiern. Die Aufnahmen zeigen auffällig ruhige Autokorsos und jubelnde Menschenmengen, die den neuen Führer willkommen heißen sollen. Unabhängige Berichterstattung aus dem abgeschotteten Land ist jedoch quasi unmöglich – nicht zuletzt, weil es seit mehr als neun Tagen nur sehr eingeschränkten Internetzugang gibt.

Die veröffentlichten Straßenumfragen folgen konsequent der Regimelinie. Ein Befragter erklärt im Staatsfernsehen: „Wir sind zutiefst glücklich. Wir wussten nicht, ob wir um den Verlust unseres Führers trauern oder uns über die Wahl des neuen Führers freuen sollten. Mojtaba Khamenei ist seinem Vater sehr ähnlich. Von allen möglichen Kandidaten war er der verdienteste und derjenige, der ihm am ähnlichsten war.“

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Wer ist der neue iranische Anführer?

Mojtaba Khamenei ist der zweitälteste Sohn des bisherigen Oberhaupts Ali Khamenei und fungierte bis zu dessen Tod als dessen Vizebüroleiter. Besonders ungewöhnlich an seiner Ernennung ist der Umstand, dass er kein Ajatollah ist – den höchsten religiösen Rang im schiitischen Islam, den die Verfassung eigentlich für dieses Amt vorsieht.

Stattdessen punktet Mojtaba Khamenei mit seinen exzellenten Verbindungen zu den Revolutionswächtern und damit zur wirtschaftlichen und militärischen Elite des Landes. Diese Vernetzung sichert ihm die Unterstützung der mächtigsten Institutionen im Iran.

Kontinuität der unterdrückenden Politik

Experten gehen davon aus, dass sich an der repressiven Politik des Regimes unter dem neuen Führer nichts Grundlegendes ändern wird. Die Ernennung Mojtaba Khameneis festigt die Macht der bestehenden Eliten und signalisiert Kontinuität in einer Zeit des Übergangs. Die aufwändige mediale Inszenierung soll dabei sowohl innenpolitische Stabilität demonstrieren als auch internationale Beobachter beeindrucken.

Die Kombination aus familiärer Dynastie, militärischer Unterstützung und mediale Kontrolle scheint den Weg für Mojtaba Khameneis Herrschaft zu ebnen – trotz der verfassungsrechtlichen Bedenken bezüglich seiner religiösen Qualifikation.

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