Iran ernennt neuen Obersten Führer: Mojtaba Khamenei beerbt getöteten Vater
Der sogenannte Expertenrat in Iran hat laut Staatsmedien einen neuen Obersten Führer des Landes bestimmt. Mojtaba Khamenei, Sohn des am 28. Februar in Teheran getöteten Ajatollah Ali Khamenei, übernimmt das höchste Staatsamt der Islamischen Republik. Das Gremium aus 88 Klerikern wählte den 56-Jährigen damit zum Nachfolger seines Vaters.
Hardliner setzt Politik seines Vaters fort
Mojtaba Khamenei gilt als politischer Hardliner und verfolgt wie sein Vater eine kompromisslose antiwestliche Linie. Obwohl er offiziell den Ajatollah-Rang vermissen lässt, der eigentlich Voraussetzung für das Amt wäre, setzte sich der Sicherheitsapparat für seine Wahl durch. Der neue Oberste Führer pflegt enge Verbindungen zu den Revolutionswächtern, in deren Habib-Bataillon er bereits mit 16 Jahren im Iran-Irak-Krieg kämpfte.
Sein oberstes Ziel ist der Erhalt des Regimes und der sogenannten Achse des Widerstands, zu der Organisationen wie Hisbollah, Hamas und die Houthis gehören. Verhandlungen mit den USA und Israel lehnt er strikt ab. Experten beschreiben ihn als noch brutaler in der Unterdrückung oppositioneller Kräfte als sein Vater.
Krieg im Nahen Osten eskaliert weiter
Während die Machtübergabe in Iran stattfindet, gehen die Kämpfe in der Region unvermindert weiter. Die israelische Armee bestätigte die Zerstörung des Hauptquartiers der Luftwaffe der Revolutionswächter in Teheran. Von dort aus seien die iranischen Angriffe mit Raketen und Drohnen auf Israel und andere Länder der Region organisiert worden, erklärte ein Armeesprecher.
Gleichzeitig stieg die Zahl der im Konflikt getöteten US-Soldaten auf sieben. Ein weiterer Angehöriger der US-Streitkräfte erlag seinen Verletzungen, die er bei den ersten Gegenangriffen Irans erlitten hatte. Das US-Militär bestätigte den Tod des Soldaten, der bei einem Angriff auf US-Truppen in Saudi-Arabien schwer verwundet worden war.
Internationale Reaktionen und Drohungen
US-Präsident Donald Trump äußerte sich bereits vor der offiziellen Bekanntgabe zur Nachfolge in Iran. „Wenn er nicht unsere Zustimmung erhält, wird er nicht lange im Amt bleiben“, sagte Trump in einem Interview. Der gewählte Führer würde „nicht lange durchhalten“, wenn die Iraner nicht zuerst sein Einverständnis einholten.
Auf der anderen Seite drohen die iranischen Revolutionswächter mit weiteren Vergeltungsschlägen, sollten die Angriffe auf die Energieinfrastruktur des Landes nicht aufhören. Iran werde in diesem Fall mit ähnlichen Aktionen in der Region antworten, zitieren staatliche Medien einen Sprecher der Revolutionswächter. Besonders die Straße von Hormus, durch die über 20 Prozent der weltweiten Energielieferungen fließen, bleibt ein potenzielles Druckmittel.
Strategie der Ausdauer
Unter der Führung von Mojtaba Khamenei setzt Iran auf eine Strategie der Ausdauer im Konflikt. Das Ziel ist es, den Krieg so lange wie möglich in die Länge zu ziehen und die Gegner sowie deren Verbündete am Golf maximal zu schädigen. Seine schärfsten Waffen sind dabei:
- Angriffe auf US-Basen und Infrastruktur in Nachbarländern
- Drohungen zur Schließung der Straße von Hormus
- Unterstützung verbündeter Milizen in der Region
Der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf machte deutlich, dass Teheran keinen Waffenstillstand anstrebe. „Wenn der Feind uns aus irgendeinem Land angreift, wird Teheran entschlossen reagieren“, sagte er im iranischen Staatsfernsehen. Die „Aggressoren“ müssten bestraft werden.
Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Entwicklungen mit Sorge. Während die USA betonen, keine Öl- oder Gas-Anlagen in Iran anzugreifen, bleibt die Lage angespannt. Die britischen Streitkräfte schossen bereits eine Drohne ab, die von Iran aus in Richtung Irak abgefeuert worden war. Die Eskalation im Nahen Osten zeigt keine Anzeichen einer baldigen Deeskalation.



