Erster Evakuierungsflug aus Nahost in Frankfurt gelandet
Am Frankfurter Flughafen herrschte am Morgen spürbare Erleichterung, als die erste Evakuierungsmaschine der Bundesregierung aus dem Nahen Osten sicher landete. Die Lufthansa-Maschine LH345 war aus Omans Hauptstadt Maskat eingeflogen und brachte mehr als 250 Personen zurück nach Deutschland, die infolge des Iran-Krieges in der Golf-Region gestrandet waren.
Bundesregierung organisiert Rückholaktion für gestrandete Deutsche
Außenminister Johann Wadephul (CDU) zeigte sich nach der erfolgreichen Landung optimistisch und kündigte weitere Evakuierungsmaßnahmen an. „Wir arbeiten gemeinsam mit Hochdruck daran, Urlauberinnen und Urlauber sicher wieder zurück nach Hause zu ihren Freunden und Familien zu bringen“, betonte Wadephul bei einem Treffen mit seinem moldauischen Amtskollegen Mihai Popsoi in Berlin. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes sind in der Region mindestens 30.000 deutsche Touristinnen und Touristen von den Reisestörungen betroffen.
Die Passagiere des ersten Rückholfluges waren über den Landweg nach Maskat gebracht worden, nachdem der kommerzielle Flugverkehr in der Golf-Region weitgehend zum Erliegen gekommen war. Vorrangig wurden Angehörige besonders verwundbarer Gruppen ausgewählt, darunter Schwangere, Kranke und Kinder. Die Bundesregierung übernahm die Organisation und Charterkosten, wobei sich die evakuierten Staatsbürger mit einer Pauschale von 500 Euro an den Kosten beteiligen müssen.
Weitere Evakuierungsflüge und Kreuzfahrt-Rettung geplant
Wadephul kündigte an, dass heute und morgen zwei weitere Flüge mit ähnlicher Kapazität aus Maskat folgen werden. Dafür werden Transporte aus den Vereinigten Arabischen Emiraten in den Oman organisiert, um besonders hilfsbedürftigen Personen die Ausreise zu ermöglichen. Das Auswärtige Amt prüft fortlaufend weitere Unterstützungsangebote und koordiniert die Rückholaktionen mit internationalen Partnern.
Parallel dazu sollen heute zunächst 500 Kreuzfahrtgäste aus der Krisenregion ausreisen können. Die Kreuzfahrtschiffe „Mein Schiff 4“ und „Mein Schiff 5“ von Tui Cruises liegen mit einer Kapazität für insgesamt über 5.000 Reisende in der Region fest. Die Bundesregierung arbeitet an Lösungen, um auch diese Passagiere sicher zurückzubringen.
Kommerzieller Flugverkehr zeigt erste Entspannung
Der Außenminister verwies auf eine gewisse Entspannung im kommerziellen Flugverkehr, die die Ausreisekapazitäten von Tag zu Tag vergrößere. Allein heute sollten aus Dubai und Abu Dhabi, wo sich der Großteil der deutschen Urlauber aktuell aufhält, etwa 250 kommerzielle Flüge in alle Welt starten, darunter über 60 nach Europa und einige auch direkt nach Deutschland.
Mehrere Fluggesellschaften haben Hilfsangebote angekündigt:
- Qatar Airways plant begrenzte Hilfsflüge aus Riad nach Frankfurt und aus Maskat nach Berlin
- Der Lufthansa-Konzern nimmt Flüge nach Larnaca auf Zypern ab Samstag wieder auf
- Flüge nach Dubai, Abu Dhabi und Dammam bleiben bis einschließlich 10. März ausgesetzt
- Verbindungen nach Amman, Erbil, Tel Aviv, Beirut und Teheran sind vorerst bis Ende März bzw. April gestrichen
Emotionale Wiedervereinigungen am Frankfurter Flughafen
Am Frankfurter Flughafen spielten sich bewegende Szenen ab, als die Evakuierten nach der fast zweistündigen Verspätung der Maschine aus Maskat endlich ihre Angehörigen in die Arme schließen konnten. Eine der Passagierinnen war die 28-jährige Francesca Matić aus Bad Kreuznach, die nach einem Urlaub in Sri Lanka auf der Rückreise im Oman gestrandet war. „Man wollte trotzdem einfach nur nach Hause“, beschrieb sie ihre Gefühle, während sie sich mit ihren Eltern wiedertraf.
Seit den Angriffen der USA und Israels auf den Iran am vergangenen Wochenende sind zahlreiche Reisende im Nahen Osten und anderen Weltregionen von den plötzlichen Reisebeschränkungen überrascht worden. An Flughäfen und auf Kreuzfahrtschiffen, insbesondere in der Golfregion, kam der Verkehr zeitweise vollständig zum Erliegen, was zu chaotischen Situationen und großer Verunsicherung führte.
Die Bundesregierung setzt ihre Bemühungen fort, alle gestrandeten Deutschen sicher zurückzuholen und koordiniert dabei eng mit internationalen Partnern und Fluggesellschaften. Die ersten erfolgreichen Evakuierungen geben Anlass zur Hoffnung, dass die Rückholaktionen in den kommenden Tagen weiter an Fahrt gewinnen werden.



