Netanyahu entlässt Kabinettschef nach rassistischer "Pavian"-Äußerung über marokkanische Juden
Netanyahu feuert Kabinettschef nach rassistischer Äußerung

Netanyahu entlässt Kabinettschef nach rassistischer "Pavian"-Äußerung

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat seinen Kabinettschef Ziv Agmon mit sofortiger Wirkung entlassen. Der Schritt erfolgte nach einer rassistischen Äußerung Agmons, in der er Juden marokkanischer Herkunft abwertend als "Paviane" bezeichnet hatte. Die Entlassung markiert einen abrupten Wendepunkt in der Personalpolitik der israelischen Regierung.

Rassistische Bemerkungen und interne Kritik

Ziv Agmon, der neben seiner Funktion als Kabinettschef auch als Sprecher für Netanyahu tätig war, hatte sich laut Medienberichten nicht nur abfällig über Juden marokkanischer Abstammung geäußert, sondern auch scharfe Kritik an Abgeordneten der regierenden Likud-Partei sowie an Netanyahus eigener Ehefrau und Sohn geübt. Diese doppelte Grenzüberschreitung führte zu erheblichen internen Spannungen innerhalb der Regierungskoalition.

Interessanterweise hatte Netanyahu zunächst versucht, die Personalie zu stabilisieren. Auf dem offiziellen Telegram-Kanal der Likud-Partei wurde der Ministerpräsident noch am Sonntag mit der Aussage zitiert, Agmon solle im Amt bleiben, um "Stabilität und Kontinuität" in der Regierungsarbeit zu gewährleisten. Weniger als zwei Stunden später vollzog Netanyahu jedoch eine komplette Kehrtwende und gab die sofortige Entlassung seines langjährigen Mitarbeiters bekannt.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Designierter Nachfolger steht bereits in der Kritik

Als Nachfolger für den Posten des Kabinettschefs hat Netanyahu den Juristen und Volkswirtschaftler Ido Norden vorgesehen. Doch bereits vor seinem offiziellen Amtsantritt gerät Norden selbst in die Schlagzeilen. Kritiker werfen ihm vor, falsche Nutzerkonten auf der Plattform X eröffnet zu haben, um Werbung für sein eigenes Buch zu betreiben.

Norden ist kein unbeschriebenes Blatt in der israelischen Politiklandschaft. Er leitet die rechtsgerichtete Denkfabrik "Forum der hohen Beamten", die den öffentlichen Dienst in Israel regelmäßig scharf kritisiert und Reformen fordert. Bevor Norden die Position des Kabinettschefs antreten kann, muss er sich einer umfassenden Sicherheitsüberprüfung durch den israelischen Inlandsgeheimdienst Schin Bet unterziehen.

Politische Implikationen und Reaktionen

Die Entlassung Agmons erfolgt in einer politisch sensiblen Phase für die israelische Regierung. Netanyahu steht sowohl innenpolitisch unter Druck als auch international im Fokus der Kritik. Die rassistischen Äußerungen seines Kabinettschefs haben die Diskussion über ethnische Spannungen innerhalb der israelischen Gesellschaft neu entfacht.

Die Personalentscheidung zeigt, wie schnell sich politische Allianzen in der israelischen Regierung verschieben können. Während Netanyahu zunächst Loyalität gegenüber seinem Mitarbeiter demonstrieren wollte, setzte sich letztendlich die Erkenntnis durch, dass die öffentliche Wahrnehmung der rassistischen Äußerungen nicht zu kontrollieren war. Die Ernennung Nordens als Nachfolger deutet darauf hin, dass Netanyahu weiterhin auf rechtsgerichtete Berater setzt, auch wenn diese selbst kontrovers diskutiert werden.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration