Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat eine Gedenkstätte für nordkoreanische Soldaten eröffnet, die aufseiten Russlands im Ukraine-Krieg gefallen sind. Die Zeremonie fand am Sonntag in Pjöngjang statt und wurde von hohem russischen Besuch begleitet. Der russische Verteidigungsminister Andrei Beloussow und Parlamentssprecher Wjatscheslaw Wolodin reisten eigens an, um an der Feier teilzunehmen.
Inszenierte Trauer mit Propaganda
Das nordkoreanische Staatsfernsehen übertrug die Veranstaltung live und inszenierte sie mit klassisch-militärischer Musik, einem Streichorchester und emotionalen Gesangseinlagen. Trauernde Angehörige wurden gezeigt, was die Inszenierung des Schulterschlusses zwischen den beiden Ländern untermalte. Die gefallenen Soldaten waren vor etwa einem Jahr offiziell nach Russland entsandt worden, um die russischen Invasoren im Kampf gegen die Ukraine zu unterstützen.
Orden für Überlebende
Nicht nur die Toten wurden geehrt: Russlands Verteidigungsminister Beloussow zeichnete die lebend aus dem Krieg zurückgekehrten Soldaten mit Orden für ihren Einsatz aus. Die genauen Inhalte der Gespräche hinter den Kulissen sind nicht bekannt. Die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass berichtet jedoch von einem geplanten Militärabkommen zwischen beiden Ländern. Es liegt nahe, dass Putins Regime die Beziehung zur nordkoreanischen Diktatur weiter vertiefen möchte. Nordkorea profitiert offenbar von wirtschaftlicher Unterstützung aus Russland.
Symbolik der Gedenkstätte
Die Gedenkstätte wurde unter den gemalten Augen des nordkoreanischen Staatsgründers Kim Il Sung errichtet. Die genauen Verhandlungen zwischen den Delegationen blieben geheim, doch die Inszenierung des Schulterschlusses war von nicht wenig Schauspiel begleitet. Neben den militärischen Ehren gab es auch kulturelle Darbietungen, die die Verbundenheit beider Länder betonen sollten.
Die Feierlichkeiten in Pjöngjang sind Teil einer Reihe von propagandistischen Veranstaltungen, mit denen Nordkorea seine Unterstützung für Russland im Ukraine-Krieg öffentlichkeitswirksam darstellt. Beobachter werten die Aktion als Versuch, die eigene Bevölkerung von der Notwendigkeit des Kriegseinsatzes zu überzeugen und gleichzeitig die militärische Zusammenarbeit mit Russland zu festigen.



