Oman lädt USA und Iran zu neuen Atomgesprächen in Genf ein
Oman lädt USA und Iran zu Atomgesprächen in Genf ein

Neue Verhandlungsrunde im Atomkonflikt

Der Oman wird in der kommenden Woche in Genf eine weitere Gesprächsrunde zwischen den Vereinigten Staaten und der Islamischen Republik Iran ausrichten, die eine Einigung im langjährigen Atomstreit herbeiführen soll. Dies bestätigte ein Sprecher des schweizerischen Außenministeriums gegenüber der Nachrichtenagentur AFP am Samstag. "Die Schweiz ist jederzeit bereit, ihre guten Dienste anzubieten, um den Dialog zwischen den Vereinigten Staaten und Iran zu erleichtern", erklärte der Sprecher. Die Eidgenossenschaft stehe in Kontakt mit allen beteiligten Parteien und "begrüßt und unterstützt diese Gespräche" ausdrücklich. Ein genauer Termin für die Verhandlungen wurde nicht mitgeteilt.

Hintergrund der indirekten Kontakte

Bereits Anfang Februar hatte der iranische Außenminister Abbas Araghchi im Oman indirekte Gespräche mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff sowie dem Präsidentenberater und Schwiegersohn von Donald Trump, Jared Kushner, geführt. Auch bei dieser vorherigen Runde agierte der Oman als Vermittler zwischen den verfeindeten Nationen. Der stellvertretende iranische Außenminister Majid Takht Ravanchi betonte in einem am Sonntag veröffentlichten BBC-Interview, dass Teheran durchaus bereit sei, Kompromisse in Betracht zu ziehen, um ein neues Atomabkommen mit Washington zu erreichen. Eine zentrale Voraussetzung dafür sei jedoch, dass die USA über die Aufhebung der verhängten Sanktionen sprechen würden.

Trumps Drohungen und militärische Eskalation

Gleichzeitig erhöht US-Präsident Donald Trump den Druck auf die iranische Führung massiv. Trump hat Iran mit einem möglichen Militäreinsatz gedroht, sollte es nicht zu einer raschen Einigung im Atomstreit kommen. Die aktuellen Gespräche stellen die ersten Verhandlungen seit dem zwölftägigen Krieg zwischen Israel und Iran im vergangenen Juni dar, bei dem die USA an der Seite Israels eingriffen und mehrere Atomanlagen im Iran bombardierten. Am vergangenen Freitag erklärte Trump zudem, ein Regierungswechsel in Iran sei "das Beste, was passieren könnte". Zur weiteren Verstärkung des Drucks entsandten die Vereinigten Staaten einen zweiten Flugzeugträger in die Region.

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Historische Rolle der Schweiz als Vermittler

Die Schweiz spielt seit Jahrzehnten eine entscheidende Rolle für die diplomatischen Beziehungen zwischen Iran und den USA. Der neutrale Staat vertritt offiziell die Interessen der Vereinigten Staaten in Iran, seit Washington nach der Geiselnahme von Dutzenden US-Bürgern in Teheran im Jahr 1980 die bilateralen Beziehungen abgebrochen hat. Durch diese einzigartige Vermittlerposition hat die Schweiz es beiden verfeindeten Staaten ermöglicht, ein Minimum an diplomatischem Kontakt aufrechtzuerhalten und Gesprächskanäle offen zu halten.

Parallele Friedensbemühungen in der Ukraine

Parallel zu den Atomgesprächen werden die Vereinigten Staaten in der kommenden Woche ebenfalls in Genf Gespräche ausrichten, bei denen Russland und die Ukraine über ein mögliches Ende des Krieges verhandeln sollen. Sowohl Moskau als auch Kyjiw haben diese geplanten Verhandlungen bereits bestätigt. US-Präsident Trump zeigt sich bemüht, einen Frieden in dem seit bald vier Jahren andauernden russischen Angriffskrieg in der Ukraine herbeizuführen. Bislang brachten zwei Gesprächsrunden zwischen Vertretern Russlands und der Ukraine in Abu Dhabi in den vergangenen Monaten jedoch noch keinen entscheidenden Durchbruch.

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