Schah-Sohn Pahlavi verzichtet auf Machtanspruch und fordert demokratische Wahlen im Iran
Der Sohn des 1979 gestürzten Schahs von Persien, Reza Pahlavi, hat bei der Münchner Sicherheitskonferenz klargestellt, dass er im Falle eines erfolgreichen Regierungswechsels im Iran keine Führungsrolle anstrebt. Der 65-Jährige betonte ausdrücklich: „Ich habe keine persönlichen Ambitionen. Ich strebe nicht nach Macht. Ich möchte keine Krone auf dem Kopf oder einen Titel.“ Stattdessen bezeichnete er es als sein Lebensziel, das Land so weit zu bringen, dass die Menschen ihre erste demokratische Regierung wählen könnten. „Das ist für mich das Ziel und die Erfüllung meiner Lebensaufgabe“, erklärte Pahlavi vor den internationalen Teilnehmern der Konferenz.
Appell zur Einheit aller oppositionellen Kräfte
Pahlavi rief alle Oppositionellen im Iran und Gegner der amtierenden Regierung dazu auf, für den Regierungswechsel zusammenzustehen. „Wenn man die Zukunft des Iran betrachtet, können wir heute alle Verbündete für ein gemeinsames Ziel sein, nämlich die Befreiung und die säkulare Demokratie als Alternative zu dieser diktatorischen Herrschaft“, sagte er. Der Sohn des früheren Schahs betonte, dass dies nicht bedeute, dass künftig alle die gleichen Meinungen vertreten oder die gleichen Politiker wählen müssten. „Ich denke, wir sitzen alle im selben Boot“, so Pahlavi wörtlich.
Zeitfenster für historische Wende und internationale Verantwortung
Im Iran gebe es derzeit ein Zeitfenster, „das für die ganze Welt eine Wende bedeuten könnte“, erklärte Pahlavi. Daher müssten sich die anderen Länder entscheiden, ob sie auf der richtigen Seite der Geschichte stehen wollten. Die Menschen im Iran hätten dagegen keine Wahl, als zu kämpfen. „Wir haben keine andere Wahl, als uns zu befreien. Und die einzige Möglichkeit, diesen Kampf in Bezug auf Zeit und den Verlust von Menschenleben zu minimieren, besteht darin, diesen Kampf nicht alleine zu führen“, sagte er. Nach der brutalen Niederschlagung der Proteste gebe es für die Menschen im Iran kein zurück zum Alltag: „Es fließt zu viel Blut zwischen uns und diesem Regime.“
Bedeutung der USA und Erwartungen an Trump
Besondere Bedeutung komme dabei den Vereinigten Staaten und Präsident Donald Trump zu, betonte Pahlavi. Nachdem Trump den Protestierenden angekündigt hatte, Hilfe sei unterwegs, warte jeder innerhalb des Irans und außerhalb, dass er sein Versprechen einlöse. Der republikanische US-Senator Lindsey Graham äußerte sich dazu deutlich: Man könne nicht wie Trump sagen: „Protestiert weiter, wir stehen hinter euch. Hilfe ist unterwegs“ und dann nichts tun. Daher sei er sich sicher: „Trump wird ein Ergebnis erzielen, sei es durch Diplomatie oder durch militärische Gewalt.“
Großdemonstrationen in München und blutige Bilanz im Iran
An diesem Samstag ist in München eine Großdemonstration angekündigt, zu der 100.000 Menschen erwartet werden. Die iranische Regierung nimmt nicht an der Sicherheitskonferenz teil – sie war nach den brutalen Auseinandersetzungen wieder ausgeladen worden. Wie viele Menschen dabei ums Leben kamen, ist offiziell nicht bekannt. Aktivisten sprechen von mindestens 7.000 Opfern. Rund um das Tagungshotel im Hotel Bayerischer Hof wurde schon zum Auftakt der Sicherheitskonferenz gegen die Regierung im Iran demonstriert. Am Samstag werden 100.000 Menschen bei einer weiteren Großkundgebung auf der Theresienwiese erwartet.
Die Lage im Iran bleibt nach den blutigen Protesten äußerst angespannt. Während Pahlavi auf Einheit und demokratische Wahlen setzt, bleibt ungewiss, wie die internationale Gemeinschaft – insbesondere die USA unter Trump – auf die Entwicklungen reagieren wird. Die Münchner Sicherheitskonferenz hat damit erneut gezeigt, wie sehr die iranische Krise die internationale Politik beschäftigt und welche Hoffnungen auf einen demokratischen Wandel gesetzt werden.



