Pakistan drängt auf neue Iran-USA-Gespräche zur Beendigung des Krieges
Pakistan drängt auf neue Iran-USA-Gespräche

Pakistan drängt auf neue Iran-USA-Gespräche zur Beendigung des Krieges

Nach dem abrupten Abbruch der Friedensgespräche zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran setzt Pakistan nun alles daran, die diplomatischen Bemühungen wiederzubeleben. Aus zuverlässigen pakistanischen Diplomatenkreisen wurde der Deutschen Presse-Agentur bestätigt, dass Islamabad die Verhandlungen so schnell wie möglich wiederaufnehmen möchte. Die pakistanische Hauptstadt könnte bereits in dieser Woche erneut zum Schauplatz hochrangiger Gespräche werden, obwohl offizielle Bestätigungen bisher noch ausstehen.

Internationale Vermittlungsbemühungen laufen auf Hochtouren

Nicht nur Pakistan engagiert sich intensiv in der Vermittlung zwischen den Konfliktparteien. Auch China, Ägypten, Saudi-Arabien und die Türkei stehen in regelmäßigem Kontakt mit beiden Kriegsparteien. Diese Länder haben einen konkreten Vorschlag eingebracht, der vorsieht, noch in dieser Woche in Islamabad weiterzuverhandeln. Besonders China hat dem Iran nach Informationen aus diplomatischen Quellen geraten, sich auf weitere Gespräche einzulassen. Unbestätigten Berichten zufolge könnte bereits an diesem Donnerstag ein zweites Treffen stattfinden.

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hat in Telefonaten sowohl mit US-Präsident Donald Trump als auch mit dem iranischen Präsidenten Massud Peseschkian eindringlich zur Wiederaufnahme der Friedensverhandlungen aufgerufen. Macron betonte, dass Missverständnisse ausgeräumt und weitere Eskalationen unbedingt vermieden werden müssten, um eine friedliche Lösung des Konflikts zu ermöglichen.

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Große Differenzen zwischen USA und Iran

Die ersten direkten Gespräche zwischen den USA und dem Iran seit Kriegsbeginn fanden am vergangenen Wochenende in Islamabad unter pakistanischer Vermittlung statt, endeten jedoch ohne greifbares Ergebnis. US-Vizepräsident JD Vance sprach dennoch von echten Fortschritten, sieht aber den Iran am Zug, insbesondere beim heiklen Thema des Atomprogramms einzulenken. Medienberichten zufolge liegen die Positionen beider Seiten jedoch noch weit auseinander.

Laut Vance konzentrieren sich die amerikanischen Forderungen vor allem auf zwei Kernpunkte: die Verbringung hochangereicherten Urans außer Landes und die Verhinderung einer erneuten Urananreicherung durch Teheran. In diesen beiden Bereichen seien die iranischen Vertreter zwar auf die USA zugegangen, hätten sich aber nicht weit genug bewegt, wie Vance deutlich machte. Ob und wann es zu weiteren Verhandlungen kommt, ließ der Vizepräsident auf Nachfrage bewusst offen.

Die iranische Seite reagierte mit scharfer Kritik an den amerikanischen Positionen. Präsident Massud Peseschkian sprach von "überzogenen Forderungen" der USA und machte Washington erneut für das Scheitern der Friedensgespräche verantwortlich. In einem Telefonat mit Frankreichs Präsident Macron, über das der staatliche englischsprachige Sender PressTV berichtete, kritisierte Peseschkian insbesondere den "mangelnden politischen Willen hochrangiger US-Beamter", der eine Einigung verhindert habe.

Eskalation um die strategisch wichtige Straße von Hormus

US-Präsident Donald Trump verschärft unterdessen den Druck auf die iranische Führung. Er verweigert Schiffen in der Straße von Hormus die Passage, sofern sie iranische Häfen als Ziel oder Ausgangspunkt haben. Diese Maßnahme folgt auf die bereits zuvor von Teheran verhängte weitgehende Blockade der für den internationalen Öltransport lebenswichtigen Meerenge.

Frankreichs Präsident Macron betonte, dass die bedingungslose Wiedereröffnung der Straße von Hormus ohne Kontrollen und Mautgebühren eine der grundlegenden Voraussetzungen für die Wiederaufnahme von Verhandlungen zur Beendigung des Iran-Kriegs sei. Am vergangenen Freitag organisierten Frankreich und Großbritannien eine Videokonferenz mit nicht am Konflikt beteiligten Ländern, um über eine rein defensive Mission zu beraten, die eine freie Schifffahrt durch die Straße von Hormus ermöglichen soll, sobald die Sicherheitslage dies zulässt.

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Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Konflikts zeigen sich bereits deutlich an den Rohölmärkten. In der Hoffnung auf eine baldige Einigung zwischen den USA und dem Iran sanken die Ölpreise leicht. Am Morgen wurden für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Sorte Brent aus der Nordsee 98,62 US-Dollar gezahlt, was einem Rückgang von 0,74 Prozent gegenüber dem Vortag entspricht. Noch stärker fiel der Preis für amerikanisches Rohöl, das um 1,72 Prozent auf 97,38 Dollar zurückging.

Weltbank warnt vor katastrophalen wirtschaftlichen Folgen

Weltbank-Vorstand Paschal Donohoe warnte angesichts des anhaltenden Iran-Krieges vor verheerenden wirtschaftlichen Konsequenzen. Der Verlust von Millionen Arbeitsplätzen und ein erschwerter Zugang zu Nahrungsmitteln in Schwellen- und Entwicklungsländern seien realistische Szenarien. "Wir sind sehr besorgt über die Auswirkungen, die dieser Konflikt auf die Verfügbarkeit und die Preise von Lebensmitteln haben könnte", sagte der ehemalige Chef der Eurogruppe der Deutschen Presse-Agentur.

Nach Angaben des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen könnten bis Mitte 2026 bis zu 45 Millionen Menschen zusätzlich wegen des Krieges von Hunger betroffen sein. Donohoe zufolge könnten im Zuge des Nahost-Konfliktes zudem bis zu 15 Millionen Arbeitsplätze verloren gehen. "Jeder Tag, an dem der Konflikt andauert, bringt uns näher an das obere Ende unserer Schadensprognosen", warnte der Weltbank-Vorstand eindringlich.

Die Schwellen- und Entwicklungsländer müssten sich auf einen zusätzlichen Inflationsschock von bis zu knapp vier Prozent einstellen. Viele Länder, die sich erst vom vergangenen Inflationsanstieg erholt hatten, seien nun erneut mit einer drastischen Teuerungsrate konfrontiert, erklärte Donohoe. Hauptursache dafür sei die anziehende Inflation infolge der Sperre der Straße von Hormus, die einen dramatischen Einbruch des Rohstoffangebots zur Folge habe.

Kurzfristig sei die Weltbank in der Lage, betroffenen Regierungen mit 20 bis 25 Milliarden US-Dollar unter die Arme zu greifen, sagte der frühere irische Finanzminister. Allerdings müssten die Mittel zur Stabilisierung von Haushalten und Sicherung der Grundversorgung dafür aus anderen Investments umverteilt werden, was die langfristigen Entwicklungsperspektiven vieler Länder zusätzlich belaste.