Pakistan erklärt Taliban „offenen Krieg“ – Luftangriffe auf Kabul und Kandahar
Pakistan: Offener Krieg gegen Taliban eskaliert

Pakistan erklärt Taliban „offenen Krieg“ – Luftangriffe auf Kabul und Kandahar

Die Spannungen zwischen den Nachbarländern Afghanistan und Pakistan haben sich dramatisch zugespitzt und sind in einen offenen militärischen Konflikt übergegangen. Nach afghanischen Angriffen auf pakistanische Stellungen im Grenzgebiet am Donnerstagabend flog Islamabad am Freitag Luftangriffe auf die beiden größten afghanischen Städte, Kabul und Kandahar. Beide Seiten meldeten zahlreiche Tote und Verletzte, wobei die Zahlen zunächst nicht unabhängig überprüfbar waren.

Eskalation mit Luftangriffen auf afghanische Metropolen

Die pakistanischen Luftangriffe auf die Provinz Kandahar und die Hauptstadt Kabul markieren eine neue Eskalationsstufe im langjährigen Konflikt. Kandahar gilt als politisches und spirituelles Machtzentrum der Taliban, die seit August 2021 wieder in Afghanistan regieren. Ihr oberster Führer, Haibatullah Achundsada, hält sich üblicherweise dort auf. Die Angriffe vom Donnerstagabend stellte Kabul als Vergeltung für frühere pakistanische Attacken dar, während Islamabad von notwendigen Vergeltungsmaßnahmen für Terroranschläge in Pakistan sprach.

Pakistan fordert klare Stellungnahme gegen Terrorismus

Die pakistanische Seite machte deutlich, dass sie keine Gespräche führen wird, solange die Taliban sich nicht eindeutig von Extremisten im Nachbarland abwenden. Ein Armee-Sprecher erklärte, Kabul müsse sich entscheiden, ob es an der Seite Pakistans oder an der Seite von Terrororganisationen stehe. Pakistans Verteidigungsminister Khawaja Muhammad Asif hatte den Konflikt bereits in der Nacht als „offenen Krieg“ bezeichnet und damit die Ernsthaftigkeit der Lage unterstrichen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Taliban fordern Dialog bei gleichzeitiger Drohung

Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid drohte bei einer Pressekonferenz am Freitag mit weiterer Gewalt, sollte Islamabad den Krieg fortführen. Gleichzeitig betonte er, Afghanistan wolle den Konflikt durch Gespräche beenden. „Wir haben wiederholt eine friedliche Lösung betont und wollen weiterhin, dass das Problem durch Dialog gelöst wird“, sagte Mudschahid. Er bestritt erneut, dass Afghanistan Terroristen beherberge, und verwies auf interne Sicherheitsprobleme Pakistans.

Hintergrund des Konflikts: Terrorvorwürfe und Anschlagszahlen

Islamabad wirft Kabul seit langem vor, Terroristen zu beherbergen, die in Pakistan Anschläge verüben. Insbesondere die Gruppe Tehrik-e-Taliban Pakistan (TTP) – weithin als pakistanische Taliban bekannt – und ein regionaler Ableger des Islamischen Staates (IS) verüben in Pakistan seit Jahren immer mehr Anschläge. Nach Angaben des Pakistan Institute for Peace Studies stieg die Zahl der Terroranschläge in Pakistan 2025 auf fast 700, ein Plus von 34 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Rund 300 der Angriffe werden der TTP zugerechnet, wobei Hunderte Menschen getötet wurden.

Internationale Appelle zur Deeskalation

China, das eine Grenze zu beiden Ländern hat, rief zu raschem Dialog und einer Feuerpause auf. „Als Nachbar und Freund ist China zutiefst besorgt über die Eskalation des Konflikts“, sagte Außenamtssprecherin Mao Ning in Peking. Vermittler aus Saudi-Arabien, Katar und der Türkei hatten in der Vergangenheit auf eine Waffenruhe gedrängt und sind auch im aktuellen Konflikt aktiv. UN-Generalsekretär António Guterres forderte die Länder zur Deeskalation auf und betonte die Notwendigkeit diplomatischer Lösungen.

Sicherheitsmaßnahmen in Pakistan verstärkt

In Pakistan wurden am Freitag weitere Sicherheitsmaßnahmen getroffen. In Islamabad verboten Behörden jegliche Drohnenflüge, und in mehreren Städten im Land wurde die Alarmbereitschaft erhöht. In Peshawar im Norden nahe der afghanischen Grenze richteten sich Krankenhäuser auf Opfer von möglichen Anschlägen ein. Die Situation bleibt angespannt, während beide Seiten ihre Positionen verhärten und internationale Vermittlungsbemühungen anlaufen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration