Putin lässt auf Orban-Bitte zwei Kriegsgefangene frei
Kremlchef Wladimir Putin hat zwei Kriegsgefangene mit ungarischer und ukrainischer Staatsbürgerschaft freigelassen und sie dem ungarischen Außenminister Péter Szijjártó übergeben. Die Freilassung erfolgte auf ausdrückliche Bitte des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban, der zuvor telefonisch mit Putin gesprochen hatte. Die beiden Männer waren in der Ukraine zwangsweise für den Fronteinsatz mobilisiert worden, wie Putin bei einem Treffen in Moskau erklärte.
Szijjártó nimmt Gefangene mit nach Budapest
Bei dem im russischen Fernsehen übertragenen Treffen bat Außenminister Szijjártó persönlich um die Freilassung der Kriegsgefangenen. Putin antwortete darauf mit den Worten: „Sie können sie mitnehmen“ und schlug vor, dass die Männer im Flugzeug des Ministers nach Budapest reisen sollten. Diese Geste unterstreicht die besonderen Beziehungen zwischen Moskau und Budapest, die Putin ausdrücklich lobte.
Der russische Präsident betonte, Ungarn vertrete eine ausgewogene und unabhängige Position im Ukraine-Konflikt und setze sich prinzipiell für eine diplomatische Lösung ein. Orban gilt innerhalb der Europäischen Union als der Staatschef mit den engsten Beziehungen zum Kreml, wo er zuletzt im November 2025 zu Gast war.
Energiegespräche und politische Spannungen
Neben der humanitären Geste sprachen Putin und Szijjártó auch über wirtschaftliche Themen, insbesondere die Öllieferungen aus Russland. Putin sicherte zu, dass Russland weiterhin verlässlicher Energielieferant bleiben wolle, auch wenn nicht alles von Moskau abhänge. Ungarn erhält derzeit kein Öl über die durch die Ukraine führende Transitleitung Druschba, da die Trasse nach Angaben Kiews beschädigt sein soll.
Eine Überprüfung der Leitung hat die ukrainische Führung bisher nicht zugelassen, was in Budapest für Ärger sorgt. Als Reaktion blockiert Ungarn einen 90-Milliarden-Euro-Kredit der Europäischen Union für die Ukraine. Diese Spannungen spiegeln die komplexen geopolitischen Verwerfungen wider, die durch den seit über vier Jahren andauernden russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine entstanden sind.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte erst vorige Woche betont, dass russisches Öl nichts mehr auf dem europäischen Markt zu suchen habe. Die Ukraine bombardiert regelmäßig Anlagen der russischen Ölindustrie, um die Kriegseinnahmen Moskaus zu reduzieren. Orban hingegen füllt durch seine Energiekäufe von Russland weiterhin die Kriegskasse des Kremls, was ihn innerhalb der EU isoliert.



