Putins PR-Offensive nach Umfragetief: Küsschen und Blumen statt Zahlen
Putins PR-Offensive nach Umfragetief

Nach einem deutlichen Rückgang der Zustimmungswerte für den russischen Präsidenten Wladimir Putin hat das staatliche Meinungsforschungsinstitut die Veröffentlichung aktueller Umfrageergebnisse vorerst ausgesetzt. Stattdessen setzt der Kreml auf inszenierte PR-Auftritte, die den Machthaber volksnah und fürsorglich zeigen sollen.

Putin inszeniert sich als Volksnah

In einem aktuellen Video ist zu sehen, wie Putin seine ehemalige Lehrerin Wera Gurewitsch herzlich umarmt, ihr einen Blumenstrauß überreicht und ihr Küsschen gibt. Die Botschaft ist klar: So nahbar ist Russlands starker Mann. Das Staatsfernsehen filmt die Szene mit wackliger Kamera und dokumentiert auch einen spontanen Austausch mit einem Hotelgast. Der Gast berichtet von seiner Anreise aus Sotschi, und Putin fragt nach dem Wetter. Die Lehrerin kommentiert: „Uns darf es nirgendwo kalt sein. Uns muss es überall angenehm sein!“

Umfragewerte im Sinkflug

Doch wie angenehm es in Russland unter Putin derzeit ist, bleibt unklar. Das staatliche Umfrageinstitut hat die Veröffentlichung aktueller Zustimmungswerte pausiert, nachdem Putins Werte von 90 auf 70 Prozent gefallen waren. Allerdings deuten Kommentare darauf hin, dass selbst diese Zahl nicht repräsentativ sein dürfte. Die Pause soll nur vorübergehend sein; bald sollen wieder neue Werte veröffentlicht werden – vielleicht, wenn die Menschen die gekappte Internetfreiheit und die stagnierende Wirtschaft vergessen haben.

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Kreml verspricht Besserung

Kremlsprecher Dmitri Peskow betont, der Präsident kümmere sich intensiv um wirtschaftliche Fragen. Er halte regelmäßig Sitzungen mit dem Ministerkabinett ab, und noch diese Woche werde eine weitere Sitzung stattfinden, bei der Putin eine Rede halten werde. Ob dies die Bürger beruhigt, bleibt fraglich. Sollte die Unzufriedenheit anhalten, werden wohl weitere inszenierte Bilder produziert: Putin bugsiert seine ehemalige Lehrerin in die Staatskarosse und fährt sie persönlich zu einem Abendessen im Kreml. Eine Geste, die wohl 90 Prozent Zustimmung wert sein soll.

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