Rückholaktion für gestrandete Deutsche im Nahen Osten beginnt
Die Bundesregierung startet nun offiziell ihre Rückholaktion für Tausende Deutsche, die aufgrund des Iran-Krieges im Nahen Osten festsitzen. Außenminister Johann Wadephul (63, CDU) hat im Interview mit WELT TV die ersten Evakuierungsflüge aus Maskat im Oman angekündigt. Bereits am Mittwoch sollen die ersten besonders schutzbedürftigen Bundesbürger ausgeflogen werden.
Erste Flüge für vulnerable Gruppen
„Morgen wird es einen ersten Flug nach Maskat im Oman geben, wo wir versuchen wollen, diese Personengruppe – vulnerabel nennen wir sie, also Alte, Kranke, Schwache, Schwangere, Kinder – mit nach Hause zu nehmen“, erklärte Wadephul. Der Minister hatte bereits am Montag angekündigt, dass die Regierung Charterflugzeuge nach Saudi-Arabien und in den Oman schicken will, doch damals noch ohne konkreten Starttermin.
Die Lufthansa hat unterdessen Details zum geplanten Evakuierungsflug genannt. Ein Airbus A340-300 soll in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag starten und bis zu 279 Passagiere nach Deutschland bringen. Allerdings betonte Wadephul, dass es auch darauf ankomme, wer es überhaupt rechtzeitig zum Flughafen schaffe, da viele Betroffene erst den Landweg in den Oman zurücklegen müssen.
Tausende Deutsche in der Golfregion festsitzend
Rund 30.000 Urlauber deutscher Veranstalter halten sich derzeit in der Golfregion auf oder wollten über die dortigen Drehkreuze weiterreisen. Sie sitzen in Hotels fest oder können nicht wie geplant weiterreisen. Hinzu kommen Deutsche, die in der Region leben. Das Auswärtige Amt spricht von einer „niedrigen fünfstelligen Zahl“ – also mindestens 10.000 Deutschen, die sich in Krisenvorsorgelisten eingetragen haben.
Mehrere Staaten in der Region haben ihren Luftraum geschlossen, und Kreuzfahrtschiffe liegen in Häfen fest. Viele Reisende wollten ursprünglich nur umsteigen, sind nun aber gestrandet.
Kommerzielle Flüge nehmen Betrieb wieder auf
Nach Angaben von Wadephul nehmen auch kommerzielle Airlines aus den Vereinigten Arabischen Emiraten den Betrieb wieder auf. Am Dienstag landete bereits eine Emirates-Maschine in Frankfurt am Main. „Weitere sind zu erwarten, und daran arbeiten wir jetzt sehr intensiv konsularisch vor Ort mit unserem Personal“, so der Außenminister.
Für alle, die nicht zur vulnerablen Gruppe zählen, heißt es vorerst: Warten. Wadephul zeigte sich jedoch optimistisch: „Ich bin guter Dinge, dass wir in den nächsten Tagen vorankommen und die allermeisten der deutschen Touristen endlich zurückkommen können.“



