Rubio weist Selenskyjs Vorwurf zurück: USA stellen keine Gebietsabtretungen als Bedingung
Rubio: USA fordern keine Gebietsabtretungen von Ukraine

Diplomatischer Disput: Rubio kontert Selenskyjs Aussagen zu US-Bedingungen

Ein diplomatischer Zwist zwischen den Vereinigten Staaten und der Ukraine hat sich deutlich zugespitzt. US-Außenminister Marco Rubio hat dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in scharfen Worten vorgeworfen, falsche Behauptungen über Washingtons Position in den Ukraine-Verhandlungen zu verbreiten. Der Vorwurf betrifft insbesondere die Bedingungen für amerikanische Sicherheitsgarantien.

Selenskyjs umstrittene Interview-Äußerungen

In einem Interview vor wenigen Tagen hatte Selenskyj erklärt, die USA würden ihren Beitrag zu Sicherheitsgarantien für einen Waffenstillstand davon abhängig machen, dass die Ukraine die Donbass-Region an Russland abtritt. Der ukrainische Staatschef betonte dabei die Notwendigkeit internationaler Sicherheitszusagen, um zu verhindern, dass Russland nach einem möglichen Abkommen die Kampfhandlungen wieder aufnimmt.

"Die Amerikaner sind bereit, diese Garantien auf hoher Ebene zu gewähren, sobald die Ukraine bereit ist, sich aus dem Donbass zurückzuziehen", so Selenskyj wörtlich in seinen Ausführungen. Diese Darstellung hat in Washington für erhebliche Irritationen gesorgt.

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Rubios deutliche Zurückweisung

Am Rande des G7-Außenministertreffens nahe Paris reagierte Marco Rubio nun mit ungewöhnlich deutlichen Worten. Vor versammelten Journalisten erklärte der US-Außenminister: "Das ist eine Lüge. Ich habe mitbekommen, dass er das gesagt hat, und es ist bedauerlich, dass er das gesagt hat, denn er weiß, dass das nicht stimmt."

Rubio präzisierte, Selenskyj sei lediglich mitgeteilt worden, dass Sicherheitsgarantien für die Ukraine erst nach Kriegsende in Kraft treten könnten. "Dies sei offensichtlich", so der Minister weiter. Ausdrücklich wies er darauf hin, dass diese Aussage keine Verbindung mit ukrainischen Gebietsabtretungen impliziere.

Komplexe Verhandlungslage

Die diplomatischen Gespräche zur Beendigung des Ukraine-Krieges haben in den vergangenen Wochen keine öffentlich sichtbaren Fortschritte erzielt. Unterhändler aus den USA, Russland und der Ukraine waren in den vergangenen Monaten zu drei Gesprächsrunden zusammengekommen, zuletzt Mitte Februar in Genf. Diese trilaterale Zusammenkunft blieb jedoch ohne konkrete Ergebnisse.

Moskau beharrt weiterhin auf seiner Forderung nach Abtretung der gesamten Donbass-Region sowie aller derzeit von Russland besetzten Gebiete – eine Position, die Kiew strikt ablehnt. Die USA betonen hingegen, russische Forderungen lediglich weitergeleitet, nicht aber unterstützt zu haben.

Diplomatische Spannungen im Hintergrund

Der aktuelle Disput fällt in eine Phase erhöhter diplomatischer Aktivitäten. Während Selenskyj kürzlich ein Flugabwehr-Abkommen mit Saudi-Arabien schloss und Russlands Machthaber Wladimir Putin offenbar Oligarchen zu Spenden für die angeschlagene Wirtschaft drängt, bleiben die Verhandlungen über Sicherheitsgarantien besonders sensibel.

Derzeit ist nicht bekannt, ob weitere trilaterale Gespräche vereinbart wurden. Die unterschiedlichen Darstellungen zu den Verhandlungsbedingungen verdeutlichen die komplexe und angespannte Lage im diplomatischen Ringen um eine Beendigung des Konflikts.

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