Schenk fordert mehr Ukraine-Hilfe – Soldaten berichten von Folter und Hunger in Gefangenschaft
Schenk mahnt Ukraine-Hilfe an – Soldaten berichten von Folter

Solidarität für Ukraine: Schenk mahnt Unterstützung an – Erschütternde Berichte von Soldaten

Der sächsische CDU-Europaabgeordnete Oliver Schenk hat eindringlich zu weiterer Unterstützung der Ukraine im Kampf gegen Russland aufgerufen. Bei einem Treffen im Sächsischen Landtag in Dresden berichteten ukrainische Soldaten von traumatischen Erfahrungen in russischer Kriegsgefangenschaft, darunter Hunger und systematische Folter.

Politische Klarheit trotz Ermüdung gefordert

„Die Menschen in der Ukraine sind nach vier Jahren Krieg verständlicherweise erschöpft, aber sie kämpfen tapfer weiter – für ihre und unsere Freiheit“, erklärte Schenk. Gleichzeitig beobachte man in Deutschland und einigen EU-Mitgliedstaaten eine gewisse Ermüdung. Umso wichtiger sei es jetzt, politisch klar zu bleiben und die Unterstützung fortzusetzen.

„Dieser Krieg entscheidet nicht nur über die territoriale Integrität der Ukraine, sondern über die Frage, ob in Europa das Recht des Stärkeren oder die Stärke des Rechts gilt“, betonte der CDU-Politiker. Er verwies auf zivile Opfer, gewaltsam verschleppte Kinder und tausende Menschen, die in Gefangenschaft leiden.

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Europa darf nicht neutral sein

Schenk unterstrich, dass Europa als Friedens- und Rechtsgemeinschaft aus den Trümmern von Krieg und Gewalt entstanden sei. „Gerade deshalb dürfen wir gegenüber einem Angriffskrieg nicht neutral sein“, sagte er. Der Beistand für die Ukraine entscheide mit darüber, ob in Europa das Völkerrecht oder das Recht des Stärkeren gelte.

Im Europäischen Parlament gebe es weiterhin eine breite Mehrheit für Solidarität. Ein Frieden dürfe nicht zulasten der ukrainischen Selbstverteidigungsfähigkeit gehen. Die Unterstützung sei keine Frage kurzfristiger Stimmungen, sondern strategischer Verantwortung und moralischer Verpflichtung.

EU-Beitritt: Zwischenschritte notwendig

Zur von der Ukraine angestrebten EU-Mitgliedschaft äußerte sich Schenk realistisch. „Die Ukraine hat unter schwierigsten Bedingungen beeindruckende Reformschritte eingeleitet“, sagte er. Der Beitrittsprozess bleibe jedoch anspruchsvoll und an klare Kriterien gebunden – insbesondere bei Rechtsstaatlichkeit, Korruptionsbekämpfung und institutioneller Stabilität.

Eine baldige Vollmitgliedschaft sei daher nicht realistisch. Stattdessen brauche man einen beschleunigten Integrationsprozess mit konkreten Zwischenschritten, um die Ukraine schrittweise an die Europäische Union heranzuführen.

Traumatische Berichte aus der Kriegsgefangenschaft

Bei dem Treffen in Dresden bekam der Krieg konkrete Gesichter. Ukrainische Soldaten, die auf Initiative von Schenk derzeit in Deutschland sind, schilderten ihre traumatischen Erfahrungen in russischer Kriegsgefangenschaft.

Der 28-jährige Juan Garcia, dessen Vater aus Kuba stammt und der bei der Verteidigung seiner Geburtsstadt Mariupol kämpfte, berichtete von drei Jahren und drei Monaten Gefangenschaft. „Hunger war eine der Waffen, die sie verwendeten“, sagte er. Viele Gefangene seien vor Hunger verrückt geworden, hätten den Verstand verloren und könnten nie mehr so sein wie früher.

Garcia warf den Russen regelmäßige Folter vor. Gefangene seien beim Duschen mit heißem Wasser gequält und mit Tasern Elektroschocks ausgesetzt worden – „nur zum Spaß“. Für die Wärter sei das Routine gewesen. „Wir waren die niedrigsten Lebewesen, die nicht nur bestraft, sondern auch gedemütigt und gefoltert werden sollten“, sagte Garcia. „Ich werde nie vergessen, was mir widerfuhr und ich werde nie mehr derselbe Mensch sein, der ich vorher war.“

Gedanken an Familie geben Kraft

Ruslan Odaiskyi aus Sewastopol, der im zivilen Leben als Kapitän eines Schiffes die Weltmeere befuhr, berichtete, was in der Gefangenschaft Kraft zum Überleben gab. „Es seien vor allem die Gedanken an die Familie, an die Frauen und Kinder gewesen“, sagte der 51-Jährige. Manche hätten auch zu Gott gebetet. Für ihn wäre es ein Traum, wieder seinen Zivilberuf ausüben zu können. „Ich möchte wieder den Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang auf offener See sehen, wenn ich auf dem Schiff arbeite.“

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Glaube an den Sieg und Sehnsucht nach Frieden

Der 53-jährige Geschichts- und Englischlehrer Gennadi Karchenko hatte sich schon nach der russischen Besetzung der Krim 2014 als Freiwilliger bei der ukrainischen Armee gemeldet. Nach der Verteidigung des Stahlwerkes Mariupol im Mai 2022 geriet er in Gefangenschaft.

Er will nun zu seiner früheren Einheit zurückkehren. Viele würden das tun, weil sie an den Sieg glauben. „Unsere Kinder, unsere Frauen, wir wollen in Frieden leben“, sagte Karchenko. „Wir wollen in einer wirtschaftlich und kulturell hochentwickelten Gesellschaft leben.“

Die Berichte der Soldaten unterstreichen die menschlichen Kosten des Krieges und die Dringlichkeit der von Schenk geforderten Unterstützung. Während die politischen Diskussionen über EU-Beitritt und militärische Hilfe weitergehen, erinnern die persönlichen Schilderungen an das Leid, das dieser Konflikt täglich verursacht.