Olaf Scholz plant Memoiren und kritisiert europäische Armee und Atomschirm
Scholz plant Memoiren und kritisiert europäische Armee

Olaf Scholz kündigt politische Memoiren an und positioniert sich zu Verteidigungsfragen

Der ehemalige Bundeskanzler Olaf Scholz hat in einem Interview mit der Rhein-Neckar-Zeitung angekündigt, seine politischen Memoiren zu verfassen. Wie er erklärte, seien mehrere Verlage an ihn herangetreten und hätten ihn gefragt, ob er seine Erinnerungen aus der aktiven Politik zusammentragen möchte. "Auf jeden Fall habe ich vor, zu schreiben", bestätigte Scholz und folgt damit dem Beispiel seiner Vorgängerin Angela Merkel, die ihre Memoiren bereits veröffentlicht hat.

Kritik an europäischer Armee und Atomschutzschirm

In demselben Gespräch positionierte sich der Altbundeskanzler deutlich gegen zwei zentrale verteidigungspolitische Vorhaben. Eine europäische Armee bezeichnete er als "nicht realistisch" und lehnte auch einen gemeinsamen europäischen Atomschutzschirm ab. Scholz begründete seine Ablehnung mit ungeklärten Entscheidungsmechanismen: "Es sei ungeklärt, wie die 27 Mitgliedstaaten über mögliche Einsätze entscheiden". Das einzige Land, das einem solchen Schirm wahrscheinlich zustimmen würde, sei Deutschland.

Einschätzung zu Putins Kriegsplänen

Mit Blick auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine äußerte Scholz die Überzeugung, dass Kremlchef Wladimir Putin seine Entscheidung lange vor dem tatsächlichen Kriegsbeginn getroffen habe. "Ich bin überzeugt, dass Putin den Plan, die Ukraine anzugreifen, zwei Jahre vorher gefasst hatte – egal, was er uns in Moskau gesagt hat", sagte Scholz. Dabei verwies er auf ein Treffen kurz vor Kriegsbeginn im Februar 2022, das er gemeinsam mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron in Moskau geführt hatte.

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Die Ankündigung der Memoiren und die klaren Positionierungen zu europäischen Verteidigungsfragen zeigen, dass Scholz auch nach seinem Ausscheiden aus dem Kanzleramt weiterhin aktiv an politischen Debatten teilnimmt. Seine kritische Haltung gegenüber einer europäischen Armee und einem gemeinsamen Atomschutzschirm unterstreicht die komplexen Herausforderungen der europäischen Sicherheitsarchitektur in Zeiten geopolitischer Spannungen.

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