Selenskyj: Wahlen in der Ukraine nur bei Sicherheitsgarantien möglich
Selenskyj: Wahlen nur bei Sicherheitsgarantien

Ukrainischer Präsident stellt klare Bedingungen für mögliche Wahlen

Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj hat erneut deutlich gemacht, dass Wahlen in dem von Russland angegriffenen Land ausschließlich von der Sicherheitslage abhängen. In einer Stellungnahme in sozialen Medien betonte er: „Wir können zu Wahlen übergehen, wenn es alle entsprechenden Sicherheitsgarantien gibt.“ Der Präsident fügte hinzu, dass Wahlen nur dann stattfinden würden, wenn ein Waffenstillstand vereinbart sei. Diese Äußerungen waren eine Reaktion auf einen Bericht der britischen Financial Times.

Medienbericht über mögliche Wahlpläne

Die Financial Times hatte zuvor berichtet, dass Selenskyj unter Druck der Vereinigten Staaten plane, eine Präsidentenwahl und ein Friedensreferendum noch vor dem 15. Mai anzusetzen. Dem Bericht zufolge könnte der ukrainische Präsident bereits am 24. Februar, dem vierten Jahrestag der russischen Invasion, die Wahl ausrufen. Die Zeitung berief sich dabei auf ukrainische und westliche Verantwortliche, die mit den Überlegungen vertraut seien, zitierte aber nicht Selenskyj persönlich.

In seinem Post wies Selenskyj darauf hin, dass der 24. Februar ein sehr ernstes Datum sei. Selbst wenn es Schritte zur Annäherung an Wahlen gegeben hätte, halte er es für eine dumme Idee, ein solches Datum zu wählen, um über Politik zu sprechen. Damit distanzierte er sich klar von den Spekulationen des Medienberichts.

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Selenskyj weist Verbindung von US-Garantien und Wahlen zurück

Laut ukrainischen Medienberichten wies Selenskyj in einer Pressekonferenz auch zurück, dass die USA damit drohten, ihre Sicherheitsgarantien zurückzuziehen. Er erklärte, die USA knüpften diese Garantien nicht an Wahlen. Zwar hätten die USA das Thema Wahlen angesprochen, doch Selenskyj wollte auf Details nicht näher eingehen. Diese Klarstellung unterstreicht die komplexe diplomatische Lage.

Hintergrund der Wahlforderungen

Die Forderung nach einer Präsidentenwahl in der Ukraine stammt ursprünglich aus Moskau, wo behauptet wird, dass Amtsinhaber Selenskyj kein legitimer Ansprechpartner sei. US-Präsident Donald Trump hat sich diese Forderung jedoch zu eigen gemacht. Bislang verweist Kiew darauf, dass eine Wahl wegen des geltenden Kriegsrechts nicht stattfinden könne. Zudem sei eine Abstimmung unter russischen Angriffen, mit Hunderttausenden Männern an der Front und Millionen von Flüchtlingen im In- und Ausland, praktisch nicht zu organisieren.

Selenskyj hatte bereits im vergangenen Dezember erklärt, dass er zu Wahlen bereit sei, wenn die USA und Europa die Sicherheit gewährleisteten. Zudem hat er das Parlament beauftragt, die nötigen Gesetzesänderungen für eine Wahl zu Kriegszeiten vorzubereiten. Es ist wichtig zu betonen, dass das Verbot von Neuwahlen unter geltendem Kriegsrecht keine ukrainische Besonderheit ist, sondern in vielen Ländern weltweit gängige Praxis darstellt.

Russland führt seit fast vier Jahren einen zerstörerischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, was die Sicherheitslage weiterhin extrem instabil macht. Die Diskussionen um mögliche Wahlen verdeutlichen die schwierige Balance zwischen demokratischen Prozessen und den realen Gefahren in einem Kriegsgebiet.

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