Selenskyj: Wahlen in der Ukraine nur bei Waffenruhe möglich
Selenskyj: Wahlen nur bei Waffenruhe möglich

Ukrainischer Präsident stellt klare Bedingungen für Wiederaufnahme von Wahlen

Seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 sind in dem osteuropäischen Land reguläre Wahlen ausgesetzt. Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nun in einer ausführlichen Online-Pressekonferenz seine Bereitschaft für die Abhaltung von Wahlen bekräftigt, allerdings nur unter bestimmten, klar definierten Voraussetzungen. Der ukrainische Staatschef betonte dabei, dass er nicht am vierten Jahrestag der russischen Großinvasion über politische Wahlpläne sprechen wolle und dementierte damit entsprechende Medienberichte.

Konkrete Voraussetzungen für demokratische Prozesse

Selenskyj erklärte unmissverständlich: "Die Ukraine wird Wahlen organisieren, sobald es eine Waffenruhe gibt und all die notwendigen Sicherheitsgarantien in Kraft sind." Der Präsident fügte hinzu: "Das ist ganz einfach umzusetzen: Stellt einen Waffenstillstand her und es gibt Wahlen." Diese Aussagen erfolgten vor dem Hintergrund, dass Selenskyjs reguläre Amtszeit eigentlich bereits im Mai 2024 ausgelaufen wäre. Aufgrund des seit Februar 2022 geltenden Kriegsrechts sind in der Ukraine jedoch alle Wahlen ausgesetzt, was Moskau regelmäßig nutzt, um die Legitimität des ukrainischen Staatsoberhaupts in Frage zu stellen.

Dementi gegenüber Medienberichten

Die Pressekonferenz war eine direkte Reaktion auf einen Bericht der britischen Financial Times, der behauptet hatte, Kiew erwäge unter Druck der USA, sowohl eine Präsidentenwahl als auch ein Friedensreferendum noch vor dem 15. Mai anzusetzen. Dem Bericht zufolge sollte Selenskyj am 24. Februar 2026, dem vierten Jahrestag der russischen Invasion, die Wahl ausrufen, mit parallelen Abstimmungen über das Staatsoberhaupt und eine bis dahin zu erreichende Friedensregelung mit Russland bis Mitte Mai.

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Selenskyj wies diese Darstellung entschieden zurück: "Es wäre eine dumme Idee, ausgerechnet an diesem Datum über Politik zu reden." Stattdessen forderte der Präsident ein konkretes Datum für einen möglichen EU-Beitritt der Ukraine, das in ein noch nicht ausgehandeltes Friedensabkommen mit Russland aufgenommen werden könne. Damit unterstrich er erneut seine Prioritätensetzung: Erst Sicherheit, dann demokratische Prozesse.

Rechtlicher und politischer Kontext

Die letzte Präsidentschaftswahl in der Ukraine fand im Jahr 2019 statt, als Selenskyj mit überwältigender Mehrheit zum Staatsoberhaupt gewählt wurde. Seit Beginn der russischen Großinvasion am 24. Februar 2022 gilt in dem Land das Kriegsrecht, das gemäß ukrainischer Gesetzgebung die Aussetzung aller Wahlen vorsieht. Selenskyj hatte bereits mehrfach erklärt, nach einem Ende der Kampfhandlungen Wahlen abhalten zu wollen, betonte aber stets, dass dies nur unter sicheren Bedingungen möglich sei.

Der Präsident verwies in seiner Pressekonferenz auch auf die komplexen logistischen und sicherheitspolitischen Herausforderungen, die Wahlen in einem Kriegsgebiet mit sich bringen würden. Millionen Ukrainer befinden sich im Exil oder sind innerhalb des Landes vertrieben, was die Organisation demokratischer Prozesse erheblich erschwert. Zudem müssten internationale Wahlbeobachter sicher einreisen und ihre Arbeit verrichten können, was unter aktuellen Bedingungen nicht gewährleistet sei.

Die Aussagen Selenskyjs werden international aufmerksam verfolgt, da sie nicht nur die innenpolitische Situation der Ukraine betreffen, sondern auch Auswirkungen auf die diplomatischen Beziehungen zu westlichen Partnern haben könnten. Die USA und europäische Staaten hatten wiederholt betont, dass sie die demokratischen Institutionen der Ukraine unterstützen, gleichzeitig aber die besonderen Umstände des Krieges anerkennen.

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