Spanien kritisiert Merz: Mangelnde Solidarität nach Trump-Angriffen
Spanien wirft Merz mangelnde Solidarität nach Trump-Kritik vor

Spanien zeigt sich enttäuscht über Merz' Verhalten nach Trump-Kritik

Spaniens Außenminister José Manuel Albares hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) mangelnde Solidarität vorgeworfen, nachdem US-Präsident Donald Trump den Nato-Partner scharf kritisiert hatte. Albares äußerte sich in einem Interview mit dem spanischen TV-Sender RTVE "überrascht" über das anfängliche Schweigen des deutschen Regierungschefs während der verbalen Angriffe im Weißen Haus.

Trump attackiert Spanien vor laufenden Kameras

Bei einem Treffen mit Bundeskanzler Merz im Weißen Haus übte US-Präsident Donald Trump scharfe Kritik an den Regierungen von Spanien und Großbritannien. "Einige europäische Länder wie Spanien haben sich schrecklich verhalten", erklärte Trump mit Blick auf die US-Angriffe auf den Iran. Konkret monierte er: "Spanien hat tatsächlich gesagt, dass wir ihre Stützpunkte nicht nutzen dürfen." Vor laufenden Kameras ging Merz zunächst nicht auf diese Vorwürfe ein, was in Madrid für Irritationen sorgte.

Merz korrigiert später Position zu Wirtschaftsbeziehungen

Erst später trat der Bundeskanzler der Drohung Trumps entgegen, die Wirtschaftsbeziehungen zu Spanien zu kappen. Mit Blick auf den US-Zollkonflikt mit der Europäischen Union betonte Merz vor der Presse: "Spanien ist Mitglied der Europäischen Union. Und als solches führen wir Verhandlungen über ein Zollabkommen mit den USA nur gemeinsam oder gar nicht." Er stellte klar, dass es keinen Weg gebe, Spanien besonders schlecht zu behandeln. Spanische Medien werteten diese Äußerungen als Versuch von Merz, sein anfängliches Schweigen gegenüber Trump zu korrigieren.

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Albares fordert europäischen Zusammenhalt und vergleicht mit Vorgängern

Der spanische Außenminister José Manuel Albares forderte mehr Solidarität von Deutschland und zog einen deutlichen Vergleich zwischen Merz und dessen Vorgängern im Amt. "Seit wir in der Regierung sind, haben wir drei Bundeskanzler erlebt: Merkel, Scholz und jetzt Merz", erklärte Albares. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass Merkel oder Scholz solche Aussagen getroffen hätten; damals herrschte eine andere proeuropäische Stimmung."

Albares verwies zudem auf die besondere Verantwortung innerhalb der Europäischen Union: "Wenn man mit einem anderen Land eine Währung, eine gemeinsame Handelspolitik und einen gemeinsamen Markt teilt, erwartet man dieselbe Solidarität, die Spanien beispielsweise gegenüber Dänemark gezeigt hat." Er erinnerte daran, dass Spanien Dänemark unterstützt hatte, als dieses aufgrund seiner Bestrebungen, die territoriale Integrität in Grönland aufzugeben, mit US-Zolldrohungen konfrontiert war.

Hintergrund der diplomatischen Spannungen

Die diplomatischen Spannungen zwischen Spanien und Deutschland entstanden im Kontext der transatlantischen Beziehungen und der europäischen Solidarität. Während Trump versucht, bilaterale Konflikte mit einzelnen EU-Mitgliedstaaten zu schüren, betont die spanische Regierung die Notwendigkeit einer geschlossenen europäischen Position. Die Reaktion von Bundeskanzler Merz wird in diplomatischen Kreisen als Testfall für die europäische Einigkeit unter der neuen deutschen Regierung bewertet.

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