Die Lufthansa setzt inmitten turbulenter Zeiten mit Streiks und steigenden Kerosinkosten auf ein neues Servicekonzept für Langstreckenflüge. Mit dem Programm FOX (Future Onboard Experience) hat die Fluggesellschaft sämtliche Serviceelemente in allen Reiseklassen überarbeitet. Es handelt sich um eine der größten Investitionen in das Kundenerlebnis an Bord in der Unternehmensgeschichte.
70 Millionen Euro für mehr Komfort
In diesem Jahr investiert die Lufthansa mehr als 70 Millionen Euro in die Verbesserung des Services in allen Klassen, wie Jens Ritter, Chef der Lufthansa Airlines, in Frankfurt mitteilte. Die Maßnahmen umfassen neue Menüs, erweiterte Getränkeauswahl und moderneres Geschirr.
Neuerungen in den einzelnen Klassen
In der Business Class werden neue Menüs eingeführt. Passagiere können ihre zweite Mahlzeit auf Langstrecken künftig selbstbestimmt bestellen, wann immer sie möchten. Die Premium Economy Class profitiert von einem erweiterten Getränkesortiment, das häufiger angeboten wird. In der Economy Class erhalten Reisende ein Set mit Schlafmaske und Ohreinsätzen. Die Getränkeauswahl wird deutlich erweitert, und auf Flügen über zehn Stunden stehen ab sofort drei warme Hauptgerichte zur Auswahl statt bisher zwei. In allen Klassen wird zudem neues Geschirr eingeführt.
Herausforderungen für die Airline
Die Lufthansa durchlebt derzeit schwierige Zeiten. Der Iran-Krieg hat den Kerosinpreis mehr als verdoppelt, und Experten warnen vor Engpässen im Sommer. Im April eskalierte zudem die Streiks von Piloten und Flugbegleitern – ausgerechnet zum 100-jährigen Jubiläum der Airline. Der Konzern reagierte hart und stellte den Betrieb der Regionaltochter Cityline vorzeitig ein. Eine Lösung der Tarifkonflikte mit den Piloten und Flugbegleitern steht noch aus.
Kurz- und Mittelstrecken: Weniger Service
Auf Kurz- und Mittelstreckenflügen hat die Lufthansa jüngst gegenteilige Neuerungen eingeführt: Die bisher kostenfreie Mitnahme eines kleinen Kabinenkoffers wurde gestrichen. Bei allen Airlines der Gruppe soll ein neuer „Economy Basic“-Einstiegstarif eingeführt werden, der nur einen kleinen persönlichen Gegenstand wie eine Laptop-Tasche oder einen Rucksack umfasst. Damit bewegt sich die Lufthansa auf das Niveau von Air France sowie von Billigfliegern wie Ryanair und Easyjet.



