Suche nach Guterres-Nachfolger: Wer übernimmt den 'unmöglichsten Job der Welt' bei den UN?
Suche nach Guterres-Nachfolger: Wer übernimmt UN-Führung?

Die Nachfolge von UN-Generalsekretär Guterres: Ein historischer Wechsel steht bevor

Ende 2026 läuft die zweite und letzte Amtszeit von António Guterres als Generalsekretär der Vereinten Nationen aus. Damit beginnt eine der wichtigsten Personalentscheidungen der internationalen Gemeinschaft: die Suche nach einem Nachfolger für den Portugiesen, der die UN seit 2017 führt. Der allererste UN-Generalsekretär bezeichnete die Position einst als „unmöglichsten Job der Welt“ – und die Herausforderungen für den nächsten Amtsinhaber sind heute größer denn je.

Die Herausforderungen: Krisen, Konflikte und knappe Kassen

Der künftige UN-Generalsekretär übernimmt ein Amt in einer Zeit zahlreicher globaler Krisen, Konflikte und Kriege in einer zunehmend unübersichtlichen Welt. Gleichzeitig sinkt das Budget der Organisation dramatisch, was die Handlungsfähigkeit zusätzlich einschränkt. Die finanzielle Situation sei „sehr schwierig“, wie ein Sprecher von Guterres jüngst erklärte. Vom nächsten UN-Chef wird erwartet, eine gespaltene Welt zusammenzuhalten und trotz knapper Ressourcen Lösungen für drängende Probleme zu finden.

Die Kandidaten: Wer bewirbt sich um die Spitzenposition?

Bis heute können Nominierungen für das Amt eingereicht werden. Unter den Bewerbern finden sich mehrere prominente Namen:

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  • Michelle Bachelet: Die 74-jährige frühere chilenische Präsidentin wurde von Chile gemeinsam mit Brasilien und Mexiko nominiert, obwohl Chile die Unterstützung später unter dem neuen Präsidenten José Antonio Kast zurückzog.
  • Rafael Grossi: Der 65-jährige Chef der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA wurde von seinem Heimatland Argentinien vorgeschlagen.
  • Rebeca Grynspan: Die 70-jährige Wirtschaftswissenschaftlerin und frühere Vizepräsidentin von Costa Rica wurde von ihrem Heimatland nominiert.
  • Macky Sall: Der 64-jährige frühere Präsident des Senegals wurde von Burundi für das Amt vorgeschlagen.

Historischer Kontext: Bisherige UN-Generalsekretäre

Vor Guterres gab es bereits acht Generalsekretäre bei den Vereinten Nationen:

  1. Trygve Lie aus Norwegen (1946-1952)
  2. Dag Hammarskjöld aus Schweden (1953-1961)
  3. U Thant aus dem heutigen Myanmar (1961-1971)
  4. Kurt Waldheim aus Österreich (1972-1981)
  5. Javier Pérez de Cuéllar aus Peru (1982-1991)
  6. Boutros Boutros-Ghali aus Ägypten (1992-1996)
  7. Kofi Annan aus Ghana (1997-2006)
  8. Ban Ki Moon aus Südkorea (2007-2016)

Ein auffälliges Detail: In der über 80-jährigen Geschichte der UN wurde die Organisation noch nie von einer Frau geführt. Diese Tatsache kritisieren viele Beobachter, die sich eine weibliche Nachfolge für Guterres wünschen.

Der Auswahlprozess: Transparenz und Tradition

Grundsätzlich kann sich jeder für den Posten bewerben, muss aber von einem Mitgliedsland offiziell nominiert werden. Traditionell rotiert das Amt zwischen den Weltregionen, wobei diesmal Lateinamerika an der Reihe wäre – eine Regelung, die allerdings nicht offiziell festgeschrieben ist.

Der Auswahlprozess begann offiziell mit einem Brief von Annalena Baerbock, der Präsidentin der UN-Generalversammlung, und dem damaligen Vorsitzenden des UN-Sicherheitsrates am 25. November 2025. Nachdem Nominierungen eingereicht wurden, finden nun Mitte April Vorstellungs- und Dialogrunden statt, die per Livestream übertragen werden. Anschließend berät der Sicherheitsrat und einigt sich auf eine Person, die von der Generalversammlung per Abstimmung bestätigt werden muss. Gegen Herbstbeginn 2026 wird mit einem Ergebnis gerechnet.

Kritik und Reformvorschläge

Der Auswahlprozess steht immer wieder in der Kritik, insbesondere wegen mangelnder Transparenz. Als Reaktion darauf wurden die öffentlichen Vorstellungsrunden eingeführt, und Kandidaten müssen nun Lebensläufe, finanzielle Angaben und Visionen für das Amt öffentlich machen. Dennoch entscheiden letztlich die fünf Veto-Mächte im Sicherheitsrat hinter verschlossenen Türen – Russland, USA, Frankreich, China und Großbritannien.

Der frühere UN-Generalsekretär Ban Ki Moon schlug kürzlich vor, dem UN-Chef künftig nur eine siebenjährige Amtszeit zu gewähren, um mehr Unabhängigkeit von den Veto-Mächten zu schaffen.

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Die Bilanz von António Guterres

Der scheidende UN-Generalsekretär António Guterres erhält von vielen Seiten Lob für seine Arbeit und sein Engagement. Er führte die Vereinten Nationen durch die Corona-Pandemie und muss die Organisation derzeit durch die größte Budgetkrise ihrer Geschichte steuern. Für sein letztes Jahr hat er angekündigt, das Budget um etwa 15 Prozent und die Mitarbeiterzahl um fast 20 Prozent kürzen zu müssen – vor allem wegen nachlassender Unterstützung der USA.

Die Zukunft: Was erwartet den nächsten UN-Generalsekretär?

Die Herausforderungen für den Nachfolger oder die Nachfolgerin von Guterres sind enorm: Eine gespaltene Welt muss zusammengehalten werden, während Zweifel am Multilateralismus zunehmen. Konflikte in Iran, Gaza, Ukraine und Sudan verlangen nach Lösungen, der Bedarf an humanitärer Hilfe steigt stetig. Gleichzeitig dürfen große Themen wie die Klimakrise und Künstliche Intelligenz nicht vernachlässigt werden – alles mit einem dramatisch schrumpfenden Budget. Der nächste UN-Generalsekretär übernimmt wahrlich den „unmöglichsten Job der Welt“ in einer besonders schwierigen Zeit.