Trump attackiert Starmer: »Wir haben es hier nicht mit Winston Churchill zu tun«
Die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Großbritannien sind nach einem Streit über die Nutzung britischer Militärstützpunkte für den Iran-Krieg angespannt. US-Präsident Donald Trump hat den britischen Premierminister Keir Starmer scharf kritisiert und dabei einen historischen Vergleich gezogen, der für Aufsehen sorgt.
Streit um strategisch wichtige Militärbasen
Der Konflikt entzündete sich an der anfänglichen Weigerung Starmers, den USA die Nutzung britischer Militärbasen für Angriffe auf den Iran zu gestatten. Am Samstag zu Beginn der gemeinsamen Militäroperationen der USA und Israels gegen Iran lehnte Starmer jegliche britische Beteiligung ab und verweigerte zunächst auch die Basennutzung. Diese Position revidierte er jedoch bereits am Sonntag, als er einer US-Anfrage für einen »speziellen und begrenzten Verteidigungszweck« zustimmte.
Trump reagierte verärgert auf das anfängliche Zögern des britischen Regierungschefs. In einem Interview am Dienstag erklärte er, das Verhältnis zu Großbritannien sei »nicht mehr das, was es einmal war«. Bei einem Treffen mit Bundeskanzler Friedrich Merz im Weißen Haus beklagte er, Großbritannien habe sich »sehr, sehr unkooperativ« verhalten.
Historischer Vergleich mit Churchill
Die schärfste Kritik folgte jedoch mit einem historischen Vergleich. »Wir haben es hier nicht mit Winston Churchill zu tun«, stellte Trump mit Blick auf Starmer fest. Diese Äußerung wird als deutliche Herabsetzung des aktuellen britischen Premierministers im Vergleich zu der legendären Kriegsfigur des Zweiten Weltkriegs gewertet.
Im britischen Parlament versuchte Starmer am Mittwoch, die Wogen zu glätten und die Zusammenarbeit mit den USA zu betonen. »Amerikanische Flugzeuge operieren von britischen Stützpunkten aus«, erklärte er. »Das ist die besondere Beziehung in Aktion.«
Der Premierminister führte weiter aus: »Britische Kampfjets schießen Drohnen und Raketen ab, um amerikanische Menschenleben auf unseren gemeinsamen Stützpunkten im Nahen Osten zu schützen. Das ist die besondere Partnerschaft in Aktion: Wir tauschen täglich Informationen aus, um die Sicherheit unserer Bürger zu gewährleisten.«
Historisches Trauma des Irak-Kriegs
Die Zurückhaltung Starmers hat tiefere politische Wurzeln. Jegliches militärische Vorgehen im Nahen Osten ist in Großbritannien seit der Irak-Invasion 2003 politisch äußerst umstritten. Der damalige Premierminister Tony Blair hatte die von den USA angeführte Invasion massiv und ohne ausreichende parlamentarische Nachfragen unterstützt – eine Entscheidung, die bis heute nachwirkt und das politische Klima für militärische Einsätze im Nahen Osten prägt.
Die aktuelle Kontroverse zeigt, wie sensibel das Thema militärische Zusammenarbeit mit den USA für britische Regierungen bleibt. Während Trump auf unbedingte Unterstützung zu pochen scheint, muss Starmer die historischen Traumata seiner Nation und die politischen Realitäten im eigenen Land berücksichtigen.
Die »besondere Beziehung« zwischen Washington und London wird durch diesen diplomatischen Disput auf eine harte Probe gestellt. Ob sich die Spannungen auflösen oder vertiefen werden, bleibt abzuwarten, doch eines ist klar: Der Schatten Winston Churchills und das Erbe Tony Blairs begleiten diese außenpolitische Auseinandersetzung auf beiden Seiten des Atlantiks.



