Trump nennt Israels Präsidenten 'jämmerlichen Kerl' und setzt Iran Ultimatum
Trump beleidigt Herzog und droht Iran mit Kraftwerksangriffen

Trump attackiert Israels Präsidenten und erhöht Druck auf Iran

In einer neuen Eskalation des Nahost-Konflikts hat US-Präsident Donald Trump gleichzeitig zwei Fronten bedient: In einem Telefonat mit der rechtsextremen israelischen Journalistin Libby Blanca Alon vom Sender "Channel 14" fiel Trump über Israels Präsident Isaac Herzog her, während er gleichzeitig dem Iran ein drastisches Ultimatum zur Öffnung der strategisch wichtigen Straße von Hormus stellte.

"Ein schwacher Mensch und ein jämmerlicher Kerl"

Trump bezeichnete Herzog in dem Gespräch laut dem X-Post der Journalistin als "Lügner" und warf ihm vor, ihm "mehrmals versprochen" zu haben, Israels Premierminister Benjamin Netanyahu zu begnadigen, dies aber nie getan zu haben. "Er hat mich angelogen", so Trump wörtlich. Der israelische Präsident sei "ein schwacher Mensch und ein jämmerlicher Kerl, weil er es nicht getan hat, kein Anführer."

Gegen Netanyahu laufen derzeit sowohl ein umfangreicher Korruptionsprozess in Israel als auch ein Verfahren vor dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Zusammenhang mit Israels Kampf gegen die Hamas im Gazastreifen. "Bibi sollte sich auf den Krieg konzentrieren, nicht auf so einen Unsinn", sagte Trump dem X-Beitrag zufolge über Netanyahu, dessen Spitzname "Bibi" ist.

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48-Stunden-Ultimatum für Iran

Parallel zu diesen verbalen Attacken verschärfte Trump den Druck auf Iran. In einer Erklärung auf seiner Plattform Truth Social setzte er dem Regime in Teheran ein 48-Stunden-Ultimatum zur vollständigen Öffnung der Straße von Hormus. "Wenn der Iran die Straße von Hormus nicht innerhalb von 48 Stunden ab genau diesem Zeitpunkt vollständig und ohne Bedrohung öffnet, werden die USA seine verschiedenen Kraftwerke angreifen und zerstören", erklärte Trump.

Die US-Streitkräfte würden zuerst das größte Kraftwerk des Landes angreifen, so der US-Präsident weiter. Seit Beginn des Irankrieges am 28. Februar ist die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports erfolgt, faktisch gesperrt. Die Meerenge zwischen der Arabischen Halbinsel und Iran wird von den iranischen Revolutionswächtern kontrolliert.

Iran reagiert mit Gegendrohungen

Teheran reagierte umgehend mit massiven Gegendrohungen. Das vereinte Kampfkommando der iranischen Streitkräfte kündigte an, für den Fall eines Angriffs auf die eigene Treibstoff- und Energieinfrastruktur Vergeltung zu üben. Dann würden sämtliche Energieanlagen der USA in der Region ins Visier genommen, berichteten iranische Medien.

Irans Revolutionswächter gingen sogar noch weiter: Sie drohten mit der vollständigen Schließung der Straße von Hormus, sollten die USA iranische Energieanlagen angreifen. In einer Erklärung, die vom iranischen Staatsfernsehen verbreitet wurde, hieß es zudem, Unternehmen mit US-Beteiligung würden "vollständig zerstört", falls Washington iranische Energieanlagen angreife.

Netanyahu fordert internationale Unterstützung

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu nutzte derweil einen Besuch in der südisraelischen Stadt Arad, die zuvor von iranischen Raketen getroffen worden war, um weitere Länder dazu zu drängen, sich dem Kampf gegen Iran anzuschließen. "Sie haben eine interkontinentale ballistische Rakete auf Diego Garcia abgefeuert", sagte Netanyahu mit Blick auf den mutmaßlichen iranischen Angriff auf einen britischen Militärstützpunkt im Indischen Ozean.

"Sie haben jetzt die Kapazität, tief nach Europa vorzudringen", erklärte Netanyahu nach Angaben seines Büros weiter. Iran habe schon europäische Länder wie Zypern angegriffen. Mit der Blockade der für den Welthandel wichtigen Straße von Hormus versuche Teheran zudem, "die gesamte Welt zu erpressen".

Nato-Chef warnt vor Raketen auf Europa

Nato-Generalsekretär Mark Rutte äußerte sich besorgt über die mögliche Reichweite iranischer Raketen. Auf die Frage, ob Europa in "unmittelbarer Bedrohungsreichweite liege", sagte Rutte in der US-TV-Sendung "Face the Nation" bei CBS News mit Blick auf das Teheraner Regime: "Was wir mit Sicherheit wissen, ist, dass sie kurz davor stehen, diese Fähigkeit zu erlangen."

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Sollten sich die Berichte bestätigen, dass Iran Diego Garcia attackiert hat, "bedeutet es, dass sie diese Fähigkeit bereits besitzen. Sollte es nicht stimmen, wissen wir, dass sie kurz davor stehen", so Rutte weiter. Diego Garcia befindet sich rund 3800 Kilometer von Iran entfernt. Experten waren bislang davon ausgegangen, dass die Iraner mit ihren beiden reichweitenstärksten Raketen höchstens 2500 Kilometer weit zielen können.

Deutschland bleibt zurückhaltend

Bundeskanzler Friedrich Merz hat eine deutsche militärische Beteiligung am Schutz von Öltankern in der Straße von Hormus abgelehnt und den Kurs von US-Präsident Donald Trump kritisiert. Die Nato sei ein Verteidigungs- und kein Interventionsbündnis, sagte Merz. Am Nachmittag telefonierte Merz dennoch mit Trump, wie der Kanzler auf X mitteilte.

"Ich habe heute Nachmittag mit US-Präsident Donald Trump die Situation in Iran, Israel und in der Ukraine besprochen. Wir haben verabredet, weiter in engem Kontakt zu bleiben. Unser Austausch wird bald fortgesetzt", so Merz. Bei einer Wahlkampfveranstaltung am Freitag in Bad Dürkheim hatte Merz ein Gespräch mit Trump am Wochenende angekündigt und auch gesagt: "Er ist im Augenblick nicht ganz so gut auf mich zu sprechen."

Eskalation an mehreren Fronten

Die Situation im Nahen Osten bleibt angespannt:

  • Nach iranischen Raketenangriffen auf die südisraelischen Städte Arad und Dimona ist die Zahl der Verletzten nach Angaben israelischer Rettungskräfte auf mehr als 160 gestiegen.
  • Die israelische Armee bestätigte, dass es bei den iranischen Raketenangriffen zu direkten Einschlägen in den Wüstenstädten Arad und Dimona gekommen ist. Die Zerstörungen seien "katastrophal".
  • Im Libanon warnt Präsident Joseph Aoun angesichts einer neuen israelischen Angriffswelle auf Stellungen der proiranischen Hisbollah vor einer israelischen Bodenoffensive im Süden des Landes.
  • Saudi-Arabien wies den iranischen Militärattaché und vier weitere Angehörige der Vertretung Teherans aus, die innerhalb von 24 Stunden das Land verlassen sollen.
  • Die G7-Staaten forderten in einem gemeinsamen Statement "die sofortige und bedingungslose Einstellung aller Angriffe des iranischen Regimes".

Die Entwicklungen zeigen, dass der Konflikt trotz Trumps Ankündigung, den Einsatz "zurückzufahren", weiter eskaliert und sich auf immer mehr Länder der Region ausweitet.