Weißes Haus: Trump dominiert erneut Pressekonferenz mit Kanzler Merz
Beim zweiten Treffen von US-Präsident Donald Trump mit Bundeskanzler Friedrich Merz im Weißen Haus war die Redezeit erneut deutlich ungleich verteilt. Die rund 35-minütige Pressekonferenz im Oval Office wurde klar vom amerikanischen Präsidenten dominiert, der etwa 30 Minuten sprach, während der deutsche Kanzler auf etwas mehr als drei Minuten kam.
Trump prägt Themen und Tempo der Begegnung
Der US-Präsident sprach ausführlich über zahlreiche internationale Themen. Dazu gehörten der Militäreinsatz gegen den Iran, die Rolle europäischer Partner, Nato-Verteidigungsausgaben, Energiepolitik, Handelsfragen sowie der Ukraine-Krieg. Immer wieder beantwortete er Nachfragen von anwesenden Journalistinnen und Journalisten mit langen Ausführungen und griff dabei auch innenpolitische Themen auf.
Trump prägte damit nicht nur die Themen, sondern auch das Tempo und den Ton der gesamten Pressekonferenz. Während Merz von den Journalisten diesmal mehrfach direkt angesprochen wurde und einzelne Fragen beantwortete, blieb dieses Grundmuster durchgehend bestehen.
Merz setzt gezielte außenpolitische Akzente
In seiner knappen Redezeit setzte Bundeskanzler Merz jedoch gezielte Akzente. Er betonte die gemeinsame Linie im Umgang mit dem Iran, verwies aber gleichzeitig auf die Bedeutung eines „Tages danach“. Damit meinte er die Notwendigkeit, bereits jetzt über politische Perspektiven und Sicherheitsstrukturen für die Zeit nach dem Konflikt zu sprechen.
Zu den infolge der Angriffe gestiegenen Energiepreisen sagte Merz, diese schadeten „natürlich unseren Volkswirtschaften“. Deshalb erwarte er, dass die israelische und amerikanische Armee „die richtigen Dinge“ täten, um den Konflikt rasch zu beenden und eine neue Regierung zu ermöglichen, die Frieden und Stabilität bringe.
Klare Positionen zu Ukraine und Nato
Zur Ukraine unterstrich der Kanzler, dass deren territoriale Integrität gewahrt bleiben müsse. Vor dem Hintergrund von Trumps scharfer Kritik an Spanien betonte Merz zudem, dass alle Nato-Staaten ihre zugesagten Verteidigungsausgaben erfüllen müssten – ohne die Drohungen des US-Präsidenten direkt zu kommentieren.
Mit Blick auf die US-Angriffe auf den Iran hatte Trump Spanien zuvor schreckliches Verhalten vorgeworfen. Merz vermied es, sich zu dieser konkreten Aussage zu positionieren, betonte aber die allgemeine Verpflichtung aller Bündnispartner.
Vertrautes Muster wiederholt sich
Eine gewisse Parallele zum ersten Treffen zwischen Trump und Merz ist unverkennbar. Beim Antrittsbesuch vor zehn Monaten hatte Merz bei einer rund 42-minütigen Begegnung ebenfalls nur etwas mehr als drei Minuten gesprochen. Auch damals nahm Trump den überwiegenden Teil der Redezeit ein.
Dieses vertraute Muster setzte sich nun beim zweiten Treffen fort. Während der deutsche Kanzler in seiner kurzen Redezeit präzise außenpolitische Positionen markierte, bestimmte der US-Präsident mit seiner ausführlichen Darstellung weiterhin den Charakter der öffentlichen Begegnung im Weißen Haus.



