Trump droht Merz: Haben wir unseren besten Freund USA verloren?
Trump droht Merz: Freundschaft mit USA in Gefahr?

Am 12. März 1947 verkündete US-Präsident Harry S. Truman die Truman-Doktrin: Die USA würden Europa wirtschaftlich, militärisch und politisch beistehen. Ein Jahr später folgte der Marshallplan mit Milliardenhilfen für den Wiederaufbau. Deutschland lag in Trümmern, Amerika reichte die Hand. Es war der Beginn einer jahrzehntelangen Freundschaft.

Doch heute, unter Präsident Donald Trump, wirkt diese Freundschaft brüchig. Trump droht mit dem Abzug von US-Truppen aus Deutschland, verhängt immer neue Zölle und treibt einen Grönland-Deal voran. Hat Europa seinen besten Freund verloren?

Sigmar Gabriel: Deutschland muss durch

Ex-Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD), Vorsitzender der Atlantikbrücke, warnt vor vorschnellen Reaktionen. „Trump war noch nie unser Freund“, sagt er. „Jetzt lässt er alle Zurückhaltung fahren. Europa ist aus seiner Sicht sein Gegner.“

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Gabriel glaubt, dass Europa und Deutschland die Krise überstehen werden: „Weder die Zölle noch ein Abzug von Truppen werden uns umbringen.“ Die richtige Antwort sei, die Rahmenbedingungen für die Autoindustrie in Europa zu verbessern, statt Trump für hausgemachte Fehler zu beschimpfen. „Vieles von dem, was wir in den letzten Jahren gemacht haben, ist schlimmer als die Trump-Zölle.“

Vertrauensverlust in transatlantischen Beziehungen

Deutschland hat sich lange auf die USA verlassen – militärisch und politisch. US-Soldaten auf deutschem Boden, der nukleare Schutzschirm und gemeinsame Werte wie Freiheit und Demokratie waren mehr als eine Zweckgemeinschaft. Doch dieses Vertrauen bekommt Risse. Statt Diplomatie dominieren Tweets, Drohungen und Alleingänge.

„In diesem Spiel gibt es keinen Gewinner“, warnt Gabriel. „Das werden auch die Amerikaner spätestens bei der nächsten Wahl verstehen.“ Trump sei nicht der letzte Präsident der USA, und in seiner eigenen Partei gebe es immer mehr Gegner seiner Politik.

Hoffnung und Weckruf

Die USA sind mehr als ein irrlichternder Präsident. Militär, Wirtschaft und Kultur verbinden die Länder tief. Millionen Menschen, Unternehmen und Institutionen halten die transatlantische Brücke stabil. Europa muss erwachsen werden: mehr Eigenverantwortung, mehr Verteidigung, mehr Geschlossenheit. Vielleicht ist Trump nicht das Ende der Freundschaft, sondern ein Weckruf.

„Deutschland sollte sich jetzt nicht irremachen lassen und Trumps Fehdehandschuh ignorieren“, mahnt Gabriel. „Auch die Amerikaner sind auf unsere Hilfe angewiesen, auf ihre US-Stützpunkte in Deutschland und Europa. Im 21. Jahrhundert werden Bündnisse für alle wichtiger – auch für die USA.“

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