Trump lobt deutsche Zurückhaltung im Iran-Konflikt und kritisiert Nato-Partner scharf
Bei einem Treffen im Oval Office des Weißen Hauses hat US-Präsident Donald Trump die deutsche Haltung zum Iran-Krieg ausdrücklich gelobt. Während des Gesprächs mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) betonte Trump, dass Deutschland sich im Gegensatz zu anderen Nato-Verbündeten „großartig“ verhalten habe. Er versicherte, dass die Vereinigten Staaten von Deutschland keine Entsendung von Bodentruppen oder ähnliche militärische Beteiligungen fordern würden.
Heftige Kritik an spanischer und britischer Haltung
Ganz anders fiel Trumps Bewertung der Nato-Partner Spanien und Großbritannien aus. Der US-Präsident attackierte Spanien scharf und bezeichnete dessen Verhalten als „schrecklich“. Konkret kritisierte er die spanische Weigerung, den USA die Nutzung von Luftwaffenstützpunkten auf spanischem Territorium für die Militäroperationen gegen den Iran zu gestatten. „Sie waren unfreundlich“, erklärte Trump und drohte sogar mit wirtschaftlichen Konsequenzen.
Bundeskanzler Merz schloss sich der Kritik an Spanien an, allerdings mit einem anderen Fokus. Er verwies darauf, dass Spanien als einziges Land nicht bereit sei, sich an die gemeinsam vereinbarten Ziele zu den Nato-Verteidigungsausgaben zu halten.
Großbritannien im Vergleich zu Churchill-Ära
Großbritannien und Premierminister Keir Starmer wurden von Trump ebenfalls scharf kritisiert. Der US-Präsident zog einen deutlichen Vergleich zur historischen Churchill-Ära und stellte fest: „Wir haben es hier nicht mit Winston Churchill zu tun“. Diesen Vergleich wiederholte er sogar zweimal während des Gesprächs und bezeichnete das britische Verhalten als „schockierend“.
Hintergrund ist die anfängliche britische Weigerung, Angriffe auf den Iran von britischen Stützpunkten aus durchführen zu lassen. Erst nachträglich lenkte die britische Regierung ein und erlaubte eine begrenzte Nutzung.
Deutsche Position und gemeinsame Ziele
Deutschland hat im Gegensatz zu Spanien keine Einwände gegen die Nutzung des US-Luftwaffenstützpunkts in Ramstein, Rheinland-Pfalz, erhoben. Eine aktive Beteiligung an der Militäraktion schließt die Bundesregierung jedoch aus. Bundeskanzler Merz versuchte im Oval Office den Eindruck zu erwecken, dass er mit Trump in den grundsätzlichen Zielen übereinstimme. „Wir sind uns einig, dass dieses schreckliche Regime in Teheran beseitigt werden muss“, erklärte der Kanzler.
Gleichzeitig mahnte Merz zur Vorsicht und verwies auf die unklaren Eskalationsrisiken in der Region. Er betonte auch, dass die Bemühungen um ein Ende des Ukraine-Krieges nicht aus dem Blick geraten dürften.
Persönliche Würdigung und historischer Kontext
Trump würdigte Bundeskanzler Merz persönlich als „ausgezeichneten Anführer“ und „sehr erfolgreichen Mann“, der einen großartigen Job mache und zu einem Freund geworden sei. Im Kontrast dazu kritisierte er die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel scharf und warf ihr vor, Deutschland mit ihrer Migrations- und Energiepolitik geschadet zu haben.
Das Treffen fand unter besonderen Umständen statt: Merz wurde als erster Staatschef nach den amerikanisch-israelischen Angriffen auf den Iran persönlich bei Trump empfangen und durch einen Nebeneingang des Weißen Hauses geleitet. Der Besuch erhielt daher international große Aufmerksamkeit.
Trump versicherte abschließend, dass seine diplomatischen Bemühungen um ein Ende des Ukraine-Krieges weit oben auf seiner Prioritätenliste stünden, verwies aber gleichzeitig auf den „enormen Hass“ zwischen den Präsidenten Russlands und der Ukraine.



