Trump greift nach Venezuelas Goldschätzen
Nach dem spektakulären Sturz des venezolanischen Ex-Machthabers Nicolás Maduro (63) setzt die US-Regierung unter Präsident Donald Trump (79) ihre Rohstoffoffensive in dem südamerikanischen Land fort. Nachdem bereits große Ölmengen gesichert wurden, steht nun das venezolanische Gold im Fokus der amerikanischen Interessen.
Milliardendeal mit internationalem Rohstoffhändler
Die staatliche Bergbaufirma Minerven hat einen Vertrag unterzeichnet, um zwischen 650 und 1000 Kilogramm Gold-Doré – unraffinierte Goldbarren – an den internationalen Rohstoffhändler Trafigura zu verkaufen. Das Edelmetall soll anschließend in US-amerikanischen Raffinerien weiterverarbeitet werden. Bei einem aktuellen Goldpreis von rund 166.000 Dollar pro Kilogramm erreicht dieser Deal ein Volumen von deutlich mehr als hundert Millionen Dollar.
Eingefädelt wurde das Geschäft von US-Innenminister Doug Burgum (69), der persönlich nach Caracas reiste, um neue Öl- und Rohstoffabkommen für die Vereinigten Staaten auszuhandeln. Burgum wurde von Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez im Präsidentenpalast Miraflores empfangen, wo beide Seiten die Zusammenarbeit besiegelten.
Strategischer Wechsel in der Venezuela-Politik
Präsident Trump hatte nach der Ergreifung Maduros, der nun in New York auf seinen Prozess wartet, auf Delcy Rodríguez (56) als Interimspräsidentin gesetzt – obwohl sie als Vizepräsidentin Teil des früheren Maduro-Regimes war. Seitdem richtet Washington den Blick vor allem auf die reichen Bodenschätze des Landes.
Wie Trump in seiner jüngsten Kongressrede erklärte, wurden bereits rund 80 Millionen Barrel Öl an die USA verkauft. Ein Großteil der Einnahmen soll nach Venezuela zurückfließen, eine ähnliche Struktur ist auch beim aktuellen Gold-Deal geplant. Es handelt sich bereits um den dritten Rohstoffvertrag mit dem südamerikanischen Staat seit dem Sturz Maduros.
Wachsender US-Einfluss und kontroverse Reaktionen
Die USA haben nun deutlich stärkeren Einfluss auf Venezuelas Öl- und Rohstoffsektor. Neben dem Goldgeschäft schloss Trafigura auch einen Öl-Deal im Umfang von rund einer Milliarde Dollar ab. Trump zeigte sich auf seiner Plattform Truth Social begeistert: „Das Öl beginnt zu fließen, und die Professionalität und Hingabe zwischen beiden Ländern ist sehr schön zu sehen“.
Doch in den USA ebbt die Kritik an dem Handelsgebaren des Präsidenten nicht ab. Demokratische Politiker werfen der Regierung „Imperialismus und Korruption“ vor und kritisieren die enge Zusammenarbeit mit der Übergangsregierung.
Positive Bewertung in Venezuela
In Venezuela selbst werden die Deals dagegen eher positiv bewertet. Ein Insider erklärte gegenüber dem US-Nachrichtenportal Axios, dass früher die Gewinne aus der Rohstoffförderung durch Korruption und Schwarzmarktgeschäfte versickert seien. „Nun fließt das Geld für Venezuelas Ressourcen an Regierung und Bevölkerung“, so der Informant.
Sein nüchternes Fazit: Bevor das Gold weiterhin in die Türkei oder den Iran gehe, sei es „in den USA besser aufgehoben“. Die neuen Handelsabkommen markieren somit einen fundamentalen Wandel in den wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den USA und Venezuela nach Jahren der politischen Spannungen.



