Trump und Iran kündigen Eskalation an: Krieg im Nahen Osten droht zu eskalieren
Drei Tage nach Beginn massiver israelisch-amerikanischer Angriffe auf den Iran hat US-Präsident Donald Trump eine weitere Verstärkung der Attacken angekündigt. In einem Interview mit dem Sender CNN erklärte der Präsident: "Wir haben noch nicht einmal angefangen, hart zuzuschlagen. Die große Welle kommt bald." Trump rechnet mit etwa vier bis fünf Wochen Kriegsdauer, schließt aber eine längere Auseinandersetzung nicht aus.
Iran kündigt Ausweitung seiner Angriffe an
Auch die iranischen Revolutionsgarden haben eine Ausweitung ihrer militärischen Aktivitäten angekündigt. Nach eigenen Angaben feuerten sie seit Kriegsbeginn Hunderte ballistische Raketen und mehr als 700 Drohnen auf Ziele in Israel sowie auf US-Militärstützpunkte in der Golfregion ab. Ein Militärsprecher nannte als Ziele unter anderem Geheimdienstzentren, Kommunikationszentralen und Waffendepots. Die Angaben ließen sich zunächst unabhängig nicht überprüfen.
USA definieren klare Kriegsziele
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth trat Befürchtungen entgegen, es könne sich um einen langen Krieg wie im Irak handeln. "Dies ist kein endloser Krieg", betonte Hegseth. Die USA verfolgen demnach drei klare Ziele:
- Die Raketenbedrohung durch den Iran zerstören
- Die iranische Marine ausschalten
- Die Entwicklung von Atomwaffen verhindern
Ob für die Zerstörung der Atomanlagen auch Bodentruppen eingesetzt werden sollen, blieb unklar. Präsident Trump schloss diese Möglichkeit nicht ausdrücklich aus.
Region in Aufruhr: Libanon verbietet Hisbollah-Aktivitäten
Der Krieg hat inzwischen nicht nur die Golfstaaten, sondern auch den Libanon erfasst. Nach Raketenangriffen von libanesischem Territorium auf Israel wurden bei israelischen Gegenschlägen gegen die Hisbollah-Miliz nach Angaben der Regierung in Beirut 52 Menschen getötet und 154 verletzt.
Angesichts der Eskalation erklärte die libanesische Regierung alle militärischen Aktivitäten der vom Iran unterstützten Hisbollah für illegal. Damit verändert sich der Status der Gruppe von einer teilweise geduldeten Widerstandsbewegung zu einer verbotenen Organisation. Die Hisbollah gilt als wichtigster nicht-staatlicher Verbündeter des Iran und als verlängerter Arm Teherans im Kampf gegen Israel.
Verluste und internationale Auswirkungen
Die humanitären Kosten des Konflikts sind bereits beträchtlich:
- Im Iran gab es nach Angaben des Roten Halbmonds mindestens 555 Tote
- In Israel wurden zehn Menschen durch iranische Raketenangriffe getötet
- Das US-Militär meldete den Tod von vier Soldaten
Die Sorge vor einem Flächenbrand im Nahen Osten wächst ebenso wie die Befürchtung erheblicher Auswirkungen auf die Weltwirtschaft durch steigende Energiepreise.
Internationale Zwischenfälle und Reiseprobleme
Der Konflikt hat bereits zu internationalen Zwischenfällen geführt:
- Die kuwaitische Luftverteidigung schoss versehentlich mehrere US-Kampfjets ab
- Katar meldete die Abschuss von zwei iranischen Kampfflugzeugen
- Auf Zypern kam es zu einem Drohnenangriff auf den britischen Stützpunkt Akrotiri
Wegen des Krieges sitzen Zehntausende Reisende fest, die im Nahen Osten Urlaub machen oder dortige Flughäfen als Drehkreuz nutzen wollten. Nach Angaben des Deutschen Reiseverbands sind allein rund 30.000 Kunden deutscher Veranstalter betroffen. Das Auswärtige Amt bereitet die Rückholung von Kranken, Kindern und Schwangeren aus der Konfliktregion vor.
Trump kritisiert frühere Atomverhandlungen
Präsident Trump kritisierte in seinen Äußerungen die früheren Verhandlungen über das iranische Atomprogramm scharf. Das Atomabkommen von 2015 bezeichnete er als "schreckliches, gefährliches Dokument", das Teheran einen legalen Weg zur Atombombe ermöglicht hätte. Trump hatte die Vereinbarung 2018 aufgekündigt.
Aus Sicht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) gab es jedoch keine Anzeichen für ein strukturiertes Kernwaffenprogramm im Iran. IAEA-Chef Rafael Grossi erklärte in Wien: "Wir sehen kein strukturiertes Programm zur Herstellung von Atomwaffen."
Hegseth kritisiert zögerliche Verbündete
Verteidigungsminister Hegseth kritisierte frühere Partner der USA scharf. Während er Israel als fähigen Partner lobte, übte er Kritik an "traditionellen Verbündeten", die sich seiner Ansicht nach beim Einsatz von Gewalt nur zögerlich verhalten.
Die Situation bleibt angespannt, während beide Seiten weitere Eskalationen ankündigen und die internationale Gemeinschaft auf eine friedliche Lösung des Konflikts hofft.



