Die Ukraine hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj beschlagnahmte Millionenbeträge und Gold von Ungarn zurückerhalten. Selenskyj bezeichnete die Rückgabe auf der Plattform X als einen "wichtigen Schritt in den Beziehungen zu Ungarn".
Hintergrund der Beschlagnahmung
Anfang März hatten ungarische Sicherheitskräfte einen routinemäßigen Geldtransport zwischen Österreich und der Ukraine auf ungarischem Gebiet gestoppt. Dabei wurden 40 Millionen US-Dollar, 35 Millionen Euro in bar sowie neun Kilogramm Gold beschlagnahmt. Das Geld war für die ukrainische Oschadbank bestimmt. Die ungarischen Behörden sprachen von Geldwäsche, legten aber keine Beweise vor. Sieben ukrainische Begleiter des Transports wurden festgehalten, später jedoch freigelassen. Auch die beiden Transportfahrzeuge wurden der Ukraine übergeben.
Angespannte Beziehungen unter Orbán
Hintergrund der Beschlagnahmung waren die angespannten Beziehungen zwischen Kyjiw und Budapest unter dem früheren ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán. Ungarn forderte von der Ukraine die Wiederaufnahme des Öltransits durch die Druschba-Pipeline und blockierte einen EU-Kredit über 90 Milliarden Euro an Kyjiw. Politiker aus Orbáns Umfeld stellten die Beschlagnahmung in Zusammenhang mit der zeitweise beschädigten Pipeline.
Verbesserung nach Orbáns Abwahl
Nach der Abwahl Orbáns verbessern sich die Beziehungen. Selenskyj kündigte an, dass die Druschba-Pipeline wieder in Betrieb genommen werden könne. Ein Treffen mit dem designierten Nachfolger Péter Magyar ist für Anfang Juni geplant. Wer die Rückgabe der beschlagnahmten Werte veranlasst hat, ist in Budapest noch unklar. Magyar tritt sein Amt am kommenden Samstag an.
Selenskyj dankte Ungarn für den "konstruktiven Ansatz" und bezeichnete die Rückgabe als "zivilisierten Schritt". Die Rückführung der Gelder und Wertgegenstände sei vollständig auf ukrainischem Territorium erfolgt.



