US-Journalistin in Bagdad entführt: Video zeigt Kidnapping am helllichten Tag
US-Journalistin in Bagdad entführt - Video zeigt Kidnapping

US-Journalistin in Bagdad entführt: Video zeigt Kidnapping am helllichten Tag

Es sind erschütternde Bilder, die die Gefahr für Journalisten im Irak verdeutlichen: Die US-amerikanische Journalistin Shelly Kittleson (49) wurde am Dienstag in der irakischen Hauptstadt Bagdad entführt. Ein Video dokumentiert den Vorfall, der sich mitten am Tag auf der belebten Saadoun-Straße direkt vor ihrem Hotel ereignete.

Vier Männer ziehen Journalistin in Limousine

Das Videomaterial zeigt, wie vier Männer in ziviler Kleidung die freiberufliche Reporterin gewaltsam in eine silberne Limousine zerren. Bei den Entführern soll es sich laut irakischen Sicherheitskreisen um Mitglieder der vom Iran finanzierten Terrorgruppe Kataib Hisbollah handeln. Das irakische Innenministerium bestätigte die Entführung und leitete umgehend eine großangelegte Fahndung ein.

Shelly Kittleson, die aktuell im Auftrag des britischen Senders BBC im Irak recherchierte, berichtet seit vielen Jahren aus Konfliktregionen des Nahen Ostens. Sie hielt sich in Bagdad auf, um über regionale Spannungen zu berichten.

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Verfolgungsjagd und Festnahme

Nach dem Kidnapping nahmen irakische Sicherheitskräfte die Verfolgung auf. Ersten Informationen zufolge waren zwei Fahrzeuge an der Flucht beteiligt. Die Entführer bewegten sich Richtung Süden in die Babil-Provinz, die als Hochburg der Hisbollah-Milizen gilt.

Wie Fotos belegen, konnte einer der Fluchtwagen gestoppt werden. Dabei wurde ein Mann festgenommen, der laut irakischem Innenministerium Verbindungen zu Kataib Hisbollah unterhält. Die Journalistin befand sich jedoch nicht in diesem Fahrzeug, sondern in einem anderen Auto der Entführer.

Internationale Reaktionen und Hintergrund

Dylan Johnson, Chef der Abteilung für globale Öffentlichkeitsarbeit im US-Außenministerium, erklärte auf der Plattform X, man sei sich der Entführungsberichte bewusst. Er bestätigte, dass Kittleson zuvor vor gegen sie gerichteten Bedrohungen gewarnt worden war und dass das FBI mit dem Außenministerium zusammenarbeite, um ihre möglichst schnelle Freilassung zu erreichen.

Kataib Hisbollah wird von den USA als Terrororganisation eingestuft. Die Gruppe operiert unabhängig von der libanesischen Hisbollah, unterhält jedoch enge Verbindungen zu den iranischen Revolutionsgarden. Seit Beginn des Iran-Krieges am 28. Februar attackiert die Miliz täglich US-Stützpunkte in der Region mit Sprengstoffdrohnen und Raketen.

Kein Einzelfall

Die Entführung von Kittleson ist kein isolierter Vorfall. Bereits im März 2023 wurde die Wissenschaftlerin Elisabeth Tsurkov (39) von Kataib-Hisbollah-Terroristen aus einem Café in Bagdad entführt und monatelang gefoltert. Sie wurde erst im September 2025 nach 903 Tagen Gefangenschaft im Rahmen von Verhandlungen durch die damalige US-Regierung freigelassen.

Irakische Sicherheitsbehörden haben inzwischen Kontrollpunkte verstärkt und Spezialeinheiten im Einsatz, um die verschleppte Journalistin zu finden. Die Suche konzentriert sich auf die südlichen Regionen des Landes, wo die mutmaßlichen Entführer vermutet werden.

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