USA feiern 250 Jahre Unabhängigkeit: Kanzler nicht eingeladen
USA feiern 250 Jahre: Kanzler nicht eingeladen

Der 4. Juli ist in den USA traditionell ein großer Feiertag. In diesem Jahr ist der Independence Day zugleich Höhepunkt der monatelangen Feierlichkeiten zum 250. Jahrestag der Unabhängigkeit von Großbritannien. US-Präsident Donald Trump lässt keine Gelegenheit aus, dieses Jubiläum auch für sich zu nutzen und sich feiern zu lassen. Auf den Jahrespässen für die US-Nationalparks prangt sein Konterfei, es soll auch auf eine Jubiläumsmünze geprägt werden, und für den 4. Juli hat Trump eine spektakuläre Feier angeordnet.

Keine Einladung für deutsche Spitzenpolitiker

Es wäre eine gute Gelegenheit, um die mächtigsten Staatenlenker nach Washington zu holen. Doch derzeit sieht es so aus, als ob Trump den Independence Day ziemlich allein feiern möchte, zumindest ohne europäische Spitzengäste. Bisher hat nur der französische Präsident Emmanuel Macron eine inoffizielle Einladung erhalten, wie mehrere europäische Diplomaten dem SPIEGEL sagten. Es herrscht eine gewisse Ratlosigkeit, sagte ein Diplomat dem SPIEGEL. Das Weiße Haus ließ eine SPIEGEL-Anfrage dazu unbeantwortet, ebenso wie der französische Élysée-Palast.

Trump kritisiert Deutschland und Europa

Trump war in den vergangenen Wochen nicht gut auf Deutschland und Europa zu sprechen. Er warf den Nato-Alliierten mangelnde Unterstützung im Irankrieg vor. Nachdem Kanzler Merz das US-Vorgehen im Nahen Osten kritisiert hatte, kündigte Trump an, 5000 US-Soldaten aus Deutschland abzuziehen und bestimmte Mittelstreckenwaffen entgegen vorherigen Absprachen nicht mehr in der Bundesrepublik stationieren zu wollen.

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Rätselraten um die Feierlichkeiten

Nicht nur die Gästeliste für den 4. Juli wirft Fragen auf. Auch die Reisepläne des US-Präsidenten sind noch nicht öffentlich kommuniziert: Für den 4. Juli ist nicht nur das größte Feuerwerk aller Zeiten in der US-Hauptstadt Washington, D.C., geplant – spekuliert wird auch, ob Trump an einer großen Segelparade in New York City sowie Veranstaltungen in Philadelphia teilnimmt. Sollten ausländische Staats- und Regierungschefs an einzelnen Programmpunkten teilnehmen, bedürfe dies einiger Koordination, erklärten mehrere Diplomaten. Angesichts des Planungsaufwands hätten sich viele Verantwortliche früher deutliche Signale von der US-Seite gewünscht.

Einladungen könnten noch folgen

Nicht ausgeschlossen ist, dass die offiziellen Einladungen zum 4. Juli noch folgen. Eigentlich stehen die Terminkalender der Staats- und Regierungschefs für die kommenden Monate längst, sagte ein europäischer Diplomat dem SPIEGEL. Die kommenden Wochen seien auch angesichts des G7-Treffens Mitte Juni in Frankreich und des Nato-Gipfels am 7. und 8. Juli in der Türkei sehr voll. Eine Absage an Trump dürfte dennoch unwahrscheinlich sein: Wenn der Termin nicht ohnehin freigehalten werde, würden die meisten im Fall der Fälle wohl umplanen – um den US-Präsidenten nicht unnötig vor den Kopf zu stoßen.

Das Schulschiff Gorch Fock wird ebenfalls erwartet, doch der Kanzler bleibt voraussichtlich fern. Die Feierlichkeiten versprechen dennoch spektakulär zu werden, mit einem großen Feuerwerk und weiteren Veranstaltungen in mehreren Städten.

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