USA und Iran vor Ablauf der Waffenruhe: Verhandlungen in Pakistan ungewiss
Kurz vor dem Auslaufen der Waffenruhe geben sich die Vereinigten Staaten und der Iran unnachgiebig. Während US-Präsident Donald Trump sich einem Abkommen nah wähnt, erhebt der Iran Ansprüche, um überhaupt an einer zweiten Verhandlungsrunde teilzunehmen. Die Spannungen bleiben hoch, und eine Fortsetzung der Gespräche ist weiterhin ungewiss.
Gespräche in Pakistan im Fokus
Medienberichten zufolge reist die US-Delegation um Vizepräsident JD Vance am Dienstag nach Pakistan, möglicherweise für Gespräche. Teheran ließ jedoch via Staats-TV erneut verlauten, dass keine iranische Delegation auf dem Weg nach Islamabad sei. Sollten die USA und der Iran vor Ablauf der Feuerpause keine neue Vereinbarung treffen, könnte der Krieg erneut ausbrechen. Trump hatte für diesen Fall bereits mit zerstörerischen Angriffen gedroht.
Zentraler Streitpunkt: Die US-Seeblockade
Ein zentraler Streitpunkt bleibt die US-Seeblockade iranischer Schiffe und Häfen. US-Präsident Donald Trump teilte auf Truth Social mit, dass er an der Blockade festhalte, bis es eine Vereinbarung gebe. Teheran knüpft die Teilnahme an Gesprächen nach Angaben aus pakistanischen Sicherheitskreisen jedoch an die Aufhebung dieser Seeblockade in der Straße von Hormus. Irans Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf, der die iranische Delegation in der vorigen Runde angeführt hatte, betonte auf der Plattform X, er akzeptiere keine Verhandlungen unter dem Eindruck von Drohungen.
Unklarheiten um das Ende der Waffenruhe
Trump hatte die zweiwöchige Waffenruhe nach Mitternacht (MESZ) am 8. April verkündet. Vielfach wurde das Ende für diese Woche mit der Nacht zu Mittwoch angegeben, doch nun nannte Trump den Mittwochabend Washingtoner Zeit als das Ende der Feuerpause. Trotz dieser Unklarheiten sieht sich die US-Regierung einem ihrer Meinung nach guten Abkommen mit dem Iran näher denn je. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, sagte dem Sender Fox News, die Vereinigten Staaten stünden noch nie so kurz davor, ein wirklich gutes Abkommen zu schließen, und bezog sich dabei kritisch auf das Atomabkommen von 2015 unter Barack Obama.
Eskalation im Konflikt um die Straße von Hormus
Am Wochenende hatte der Konflikt um die Straße von Hormus die Spannungen weiter verschärft. Der Iran verkündete am Freitag die Öffnung der Straße, nahm diese aber am Samstag wieder zurück, begründet mit der bestehenden US-Blockade. Am Sonntag griff die US-Marine dann einen iranischen Frachter an und brachte ihn unter ihre Kontrolle. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete, eine Teilnahme an dem von den USA inszenierten Schauspiel sei an die Erfüllung von Vorbedingungen geknüpft, darunter die Aufhebung der Seeblockade.
EU-Außenminister beraten über Deeskalation
Die verfahrene Lage im Nahen Osten beschäftigt am Dienstag auch die Außenminister der EU-Staaten. Bei einem Treffen in Luxemburg soll vor allem diskutiert werden, wie die Europäische Union zu einer Deeskalation der Spannungen beitragen kann. Aus Deutschland wird Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) erwartet, und die Beratungen werden von EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas geleitet. Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Entwicklungen mit Sorge, da ein Scheitern der Verhandlungen schwerwiegende Folgen haben könnte.



