US-Militär verstärkt Präsenz in Israel für möglichen Iran-Einsatz
Ein ungewöhnliches Bild bietet sich derzeit auf dem zivilen Flughafen Ben-Gurion in Tel Aviv. Seit Anfang dieser Woche reihen sich dort mehrere Tankflugzeuge der US-Armee aneinander, wie Aufnahmen zeigen, die in sozialen Medien verbreitet wurden. Diese Stationierung ist Teil einer umfassenden militärischen Aufrüstung der Vereinigten Staaten in der Region.
Kampfjets und Flugzeugträger im Einsatz
Bereits am Dienstag hatte die US-Regierung zwölf hochmoderne F-22-Kampfjets von einem Stützpunkt in Großbritannien auf eine Basis in der israelischen Negev-Wüste verlegt. Diese Kampfflugzeuge sollen im Ernstfall Raketenangriffe der mit dem Iran verbündeten Huthi-Terroristen im Jemen schneller abwehren können. Diese Fähigkeit wäre besonders wichtig für einen möglichen Gegenangriff des Iran nach einem US-Militärschlag.
Parallel dazu ist der zweite Flugzeugträger der USA, die USS Gerald R. Ford, im Mittelmeer eingetroffen. Das Kriegsschiff soll in den kommenden Tagen auch im israelischen Hafen Haifa anlegen. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump (79) will damit bestmöglich auf einen möglichen Angriff auf den Iran vorbereitet sein – für den Fall, dass die laufenden Verhandlungen mit dem Mullah-Regime in Teheran scheitern sollten.
Diplomatischer Zeitdruck und klare Forderungen
Die diplomatischen Gespräche stehen unter erheblichem Zeitdruck. Donald Trump hatte am 19. Februar erklärt, er gebe Teheran etwa zehn bis fünfzehn Tage Zeit für eine Einigung. Bundesaußenminister Johann Wadephul (63, CDU) äußerte am Mittwoch in Berlin die Hoffnung auf Fortschritte in den Verhandlungen. „Ich hoffe sehr, dass die Verhandlungen dort von Erfolg gekrönt sind“, sagte der Minister. Eine militärische Eskalation in der Region müsse unbedingt verhindert werden.
Gleichzeitig formulierte Wadephul klare Erwartungen an die iranische Führung:
- Es müsse verhindert werden, dass Nuklearwaffen in die Hände des Iran gelangen.
- Das ballistische Raketenprogramm des Landes müsse gestoppt werden.
- Die Unterstützung radikaler Gruppen wie Hamas, Hisbollah und Huthis müsse beendet werden.
Hintergrund: Atomprogramm und innenpolitische Spannungen
Der Westen und Israel werfen dem Iran vor, unter dem Deckmantel eines zivilen Programms nach Atomwaffen zu streben. Teheran bestreitet diese Vorwürfe nach wie vor. Allerdings hat das Land Uran inzwischen weit über den für die Energieerzeugung notwendigen Grad hinaus angereichert, was internationale Besorgnis auslöst.
Auch innenpolitisch steht die Teheraner Führung weiter unter Druck. Die Proteste gegen die Mullahs sind zuletzt vor allem an den iranischen Universitäten wieder aufgeflammt. Bereits im Januar hatte das Regime landesweite Proteste blutig niedergeschlagen – dabei wurden nach Berichten mehrere Zehntausend Menschen getötet. Diese innenpolitische Instabilität trägt zusätzlich zur angespannten regionalen Sicherheitslage bei.



