Einigung zwischen USA und Iran: Feuerpause, Atomprogramm und Ölpassage im Fokus
In der Nacht zum deutschen Mittwoch kam die vorläufige Entwarnung: Die Vereinigten Staaten und Iran haben sich auf einen Fahrplan für ein vorläufiges Ende der Kampfhandlungen geeinigt. Nur wenige Stunden vor Ablauf eines US-Ultimatums gelang der Durchbruch zu einer Waffenruhe, die mehrere Kernpunkte umfasst.
Die zentralen Vereinbarungen im Detail
Feuerpause: Beide Seiten wollen eine zweiwöchige Waffenruhe einhalten. US-Präsident Donald Trump erklärte sich bereit, die Luftangriffe auf Iran für diesen Zeitraum auszusetzen. Nach Angaben des Vermittlers Pakistan gilt die Feuerpause ab sofort und für den gesamten Nahen Osten, einschließlich des Libanon. Auch Israel will die Kampfhandlungen nach US-Angaben einstellen.
Freie Fahrt für Öltanker: Iran erklärte sich bereit, die strategisch wichtige Straße von Hormus vorerst wieder zu öffnen. Außenminister Abbas Araghchi teilte mit, dass Öltankern „sichere Durchfahrt“ gewährt werden soll. Das Land hatte die Meerenge seit Ende Februar blockiert, obwohl normalerweise rund ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggastransporte durch diese Passage verläuft. Die Ölpreise fielen nach der Einigung wieder unter die Marke von 100 Dollar pro Barrel.
Friedensgespräche und dauerhaftes Abkommen
Über ein dauerhaftes Ende des Krieges wollen die USA und Iran ab Freitag in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad verhandeln. Nach Angaben des Weißen Hauses könnte es erstmals wieder direkte Gespräche zwischen beiden Seiten geben. Während des Krieges gab es lediglich indirekte Verhandlungen unter Vermittlung Pakistans, Ägyptens und der Türkei.
Trump äußerte sich zuversichtlich, während der zweiwöchigen Feuerpause ein dauerhaftes Abkommen mit Iran erzielen zu können. Als Bedingung für einen solchen „Deal“ nannte er vor allem die Aufgabe des iranischen Atomprogramms. Der Westen wirft Iran seit Jahren vor, an einer Atombombe zu arbeiten, was Teheran allerdings bestreitet.
Forderungen aus Teheran und erste Reaktionen
Trump bezeichnete einen Zehn-Punkte-Vorschlag aus Teheran als „tragfähige Grundlage“ für die neuen Verhandlungen. Allerdings stehen Angaben aus iranischen Staatsmedien im Widerspruch dazu. Demnach verlangt Iran in dem Plan, dass die USA die Anreicherung von Uran erlauben müssen. Zudem fordert Teheran weiterhin die Aufhebung aller US-Sanktionen sowie Reparationen für erlittene Kriegsschäden – Forderungen, denen Trump bereits eine Absage erteilt hat.
Australiens Premierminister Anthony Albanese begrüßte die Waffenruhe und erklärte, die Entwicklungen könnten zu einem dauerhaften Ende des Konflikts beitragen. In den USA fielen die Reaktionen gemischt aus. Während das Weiße Haus die Entwicklung als Erfolg für Trump verkaufte, gab es auch skeptische Stimmen. Der republikanische Senator Lindsey Graham äußerte sich auf X vorsichtig, während die Trump-nahe Influencerin Laura Loomer die Verhandlungen als „negativ“ kritisierte. Die oppositionellen Demokraten warfen Trump vor, „zurückgerudert“ zu sein.



