Eskalation im Iran-Konflikt: USA und Israel verstärken Angriffe
Eine Woche nach Beginn der militärischen Auseinandersetzungen zeichnet sich kein Ende des Konflikts zwischen den USA, Israel und dem Iran ab. Im Gegenteil: Beide Seiten intensivieren ihre Angriffe deutlich, was zu erheblichen wirtschaftlichen Verwerfungen auf den globalen Energiemärkten führt.
Militärische Eskalation und Gegenangriffe
US-Finanzminister Scott Bessent kündigte gegenüber Fox Business das schwerste Bombardement für die Nacht zum Samstag an. Parallel flog Israels Luftwaffe laut Armeeangaben eine weitere breite Angriffswelle auf Ziele in Teheran. Die iranischen staatlichen Medien veröffentlichten Aufnahmen von massiven Bränden am Flughafen Mehrabad in der Hauptstadt.
Der Iran reagierte mit Raketenangriffen auf Israel, die jedoch abgefangen wurden. Zudem versuchte Teheran, mit Drohnen ein Ölfeld in Saudi-Arabien anzugreifen. Das Verteidigungsministerium in Riad gab bekannt, dass sechs in Richtung des riesigen Ölfelds Schaiba gestartete Drohnen abgefangen und zerstört worden seien.
Ölpreise erreichen kritische Marke
Die anhaltenden Kämpfe treiben die Ölpreise in bisher ungeahnte Höhen. Am Freitagnachmittag wurde Rohöl der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Mai erstmals seit April 2024 über 90 US-Dollar je Barrel gehandelt. Vor dem Krieg lag der Preis im Februar noch bei etwa 70 US-Dollar.
Die Versorgungssituation verschärft sich zusehends: Aus Sorge vor iranischen Angriffen passieren kaum noch Schiffe die strategisch wichtige Straße von Hormus, eine der wichtigsten Handelsrouten für Öl- und Gastransporte. Der Iran bestreitet eine vollständige Sperrung, erklärt jedoch, US- und israelische Schiffe nicht passieren zu lassen.
Lagerkapazitäten am Persischen Golf laufen voll
Nach Informationen des Wall Street Journal füllen sich die großen Öllagerstätten in Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten derart schnell, dass beide Länder in weniger als drei Wochen ihre Kapazitätsgrenzen erreichen dürften. Kuwait hat wegen fehlender Lagerkapazitäten bereits begonnen, seine Ölproduktion zu drosseln.
US-Finanzminister Bessent brachte als Gegenmaßnahme die Möglichkeit einer weiteren Lockerung der Sanktionen auf russisches Öl ins Spiel. „Wir könnten weitere russische Öllieferungen von Sanktionen befreien“, erklärte er. Zuvor hatten die USA indischen Raffinerien bereits erlaubt, für einen begrenzten Zeitraum auf Tankern verladenes russisches Öl zu kaufen.
Internationale Verwicklungen und Russlands Rolle
Die US-Regierung dementierte zunächst nicht Medienberichte, wonach Russland den Iran mit Standortangaben sowie Bewegungsdaten von amerikanischen Truppen, Schiffen und Flugzeugen versorgt. Verteidigungsminister Pete Hegseth sagte gegenüber CBS News, die USA beobachteten die Situation genau.
Russland, das mit dem Iran im vergangenen Jahr eine strategische Partnerschaft geschlossen hat, greift offiziell nicht in den Konflikt ein. Der Vertrag enthält keine Verpflichtung zum militärischen Eingreifen, wenn eines der Länder attackiert wird.
Kriegsdauer und militärische Aufrüstung
Das Weiße Haus geht davon aus, dass der Krieg vier bis sechs Wochen dauern wird, wie die Sprecherin von US-Präsident Donald Trump, Karoline Leavitt, mitteilte. Diese Einschätzung wurde bereits mehrfach angepasst.
Das US-Militär hat nach eigenen Angaben bisher mehr als 3.000 Ziele im Iran angegriffen, zusätzlich zu den israelischen Angriffen. Trump teilte auf Truth Social mit, dass US-Rüstungsunternehmen zugesagt hätten, die Produktion hoch entwickelter Waffen zu vervierfachen.
Internationale Reaktionen und Warnungen
Frankreich verlegt neben seinem Flugzeugträger „Charles de Gaulle“ auch einen Hubschrauberträger ins Mittelmeer, um die bereits entsandten militärischen Kräfte zu verstärken.
Der stellvertretende iranische Außenminister Madschid Tacht-Rawantschi warnte im Sender France24, dass sich Länder, die sich den USA und Israel bei der Aggression gegen den Iran anschließen, legitime Ziele für iranische Vergeltungsmaßnahmen würden. Teheran habe die Europäer und alle anderen bereits informiert, sich nicht in den Krieg hineinziehen zu lassen.



