Wiederaufnahme der Gespräche zwischen USA und Ukraine
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat angekündigt, dass Vertreter der USA und der Ukraine erstmals seit Ende März wieder über ein Ende des russischen Angriffskrieges beraten werden. Ein Mitglied der ukrainischen Regierung wird am Donnerstag in Florida erwartet, wie das Weiße Haus bestätigte. Die Gespräche waren zuvor etwa zwei Monate lang auf Eis gelegt worden, da sich die USA auf den Konflikt mit Iran konzentrierten.
Russland zeigt keine Verhandlungsbereitschaft
Moskau zeigt weiterhin keine Bereitschaft für weitere Verhandlungen. Der Berater des russischen Präsidenten, Juri Uschakow, erklärte am Donnerstag, dass er „keinen Sinn darin sehe“, über ein Ende des Krieges zu verhandeln, solange die Ukraine ihre Truppen nicht aus dem Donbass abziehe. Die russische Regierung bleibt bei ihrer harten Linie und fordert von der Ukraine einseitige Zugeständnisse.
Russland ruft einseitige Waffenruhe aus
Russland hat eine einseitige Waffenruhe vom 8. bis zum 9. Mai angekündigt. Die Ukraine bezeichnete diese Feuerpause angesichts der anhaltenden Angriffe als „blanken Zynismus“. Ein Gegenangebot Kyjiws, am Mittwoch die Waffen ruhen zu lassen, blieb von Moskau unbeantwortet. Das russische Verteidigungsministerium droht mit Vergeltung, falls die Ukraine die Waffenruhe am 9. Mai nicht einhalten sollte.
Aufruf zur Evakuierung Kyjiws
Die Bewohner Kyjiws sind von russischer Seite aufgefordert, die Stadt vor dem 9. Mai zu verlassen. Für den Fall, dass die Ukraine an diesem Tag Angriffe auf Russland durchführe, werde Moskau dies „mit gleicher Münze zurückzahlen“, so das russische Verteidigungsministerium. Auch ausländische Botschaften wurden aufgefordert, sich rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Deutschlands Außenminister Johann Wadephul zeigte sich unbeeindruckt und erklärte, die deutsche Botschaft werde in Kyjiw bleiben.
Selenskyj warnt vor Teilnahme an Moskauer Parade
In Russland laufen die Vorbereitungen für die Weltkriegsparade in Moskau am 9. Mai. Selenskyj warnte ausländische Politiker davor, daran teilzunehmen. „Dieser Tage nach Moskau zu reisen, ist ein seltsamer Wunsch“, sagte Selenskyj in einer Videoansprache. „Wir raten davon ab.“
Drohnenangriffe und Waldbrände
Auch am Donnerstag gab es Drohnenangriffe zwischen der Ukraine und Russland. Das ukrainische Verteidigungsministerium meldete den Beschuss eines russischen Raketenkreuzers im Kaspischen Meer. Ukrainische Forstleute kämpfen zudem gegen einen großen Waldbrand im nördlichen Gebiet Tschernihiw an der Grenze zu Russland. Das Feuer sei durch russischen Beschuss ausgelöst worden und habe 2400 Hektar Wald erfasst, teilte der staatliche Forstbetrieb Lissy Ukrajiny mit.



