Wadephul attackiert AfD-Chefin Weidel: Falsche Behauptungen über Gaslieferungen an Ukraine
CDU-Außenminister Johann Wadephul hat AfD-Parteichefin Alice Weidel scharf attackiert und ihr vorgeworfen, die deutschen Bürger mit falschen Aussagen über Gaslieferungen an die Ukraine zu belügen. Der politische Konflikt entzündete sich an einer Behauptung Weidels, die sich nach Angaben des zuständigen Ministeriums als unzutreffend erwiesen hat.
Weidels umstrittene Aussage sorgt für Empörung
Vor Journalisten erklärte AfD-Chefin Alice Weidel am Montag: „Die Gasspeicher in Deutschland sind fast leer, trotzdem hat sich Merz entschieden, das verbliebene Gas in die Ukraine zu leiten.“ Diese Aussage löste umgehend heftige Reaktionen aus und wurde von offizieller Seite als falsch zurückgewiesen.
Wirtschaftsministerium stellt Fakten klar
Eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums stellte auf Anfrage eindeutig klar: „Die Bundesregierung finanziert und koordiniert keine Gaslieferungen an die Ukraine, auch nicht im Rahmen der deutsch-ukrainischen Energiepartnerschaft.“ Konkret bedeutet dies, dass Deutschland kein Gas aus den eigenen nationalen Beständen an die Ukraine liefert.
Tatsächlich handelt es sich bei den aktuellen Lieferungen um amerikanisches Flüssiggas (LNG), das über Deutschland transportiert wird. Der ukrainische Energiekonzern Naftogaz hat entsprechende Vereinbarungen mit privaten Unternehmen abgeschlossen. Das Wirtschaftsministerium betont: „Es sind also normale Warenströme der Privatwirtschaft. Die Bezeichnung ‚Deutschland liefert‘ ist hier also irreführend.“ Das LNG aus den Vereinigten Staaten erreicht deutsche Häfen und wird anschließend über Polen in die Ukraine weitertransportiert.
Wadephul: Systematische prorussische Propaganda
Außenminister Johann Wadephul von der CDU reagierte mit scharfer Kritik auf Weidels Aussagen: „Wir liefern kein deutsches Gas aus unseren Gasspeichern an die Ukraine – und das Gas in Deutschland ist auch nicht knapp. Es ist schamlos, wie dreist Frau Weidel die Deutschen hier belügt.“ Der Minister warf der AfD-Chefin vor, gezielt falsche Informationen zu verbreiten.
Wadephul ging in seiner Kritik noch weiter: „Es ist schändlich, wie systematisch die AfD prorussische Propaganda verbreitet.“ Gleichzeitig bekräftigte er die Position der Bundesregierung: „Wir unterstützen die Ukraine entschlossen in ihrem Freiheitskampf gegen Russlands Aggression.“
Bundesnetzagentur sieht keine Versorgungsprobleme
Obwohl die Füllstände der deutschen Gasspeicher aktuell deutlich niedriger ausfallen als in früheren Jahren, sieht die Bundesnetzagentur keinen Anlass zur Besorgnis. Deutschland importiert gegenwärtig größere Mengen an Flüssiggas, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Die Behörde betont, dass weiterhin ausreichend Gas über Pipelines und LNG-Terminals ins Land gelangt.
Die Kombination aus verschiedenen Bezugsquellen und Transportwegen stellt nach Einschätzung der Experten eine stabile Energieversorgung sicher, auch wenn die Speicherstände historisch niedrige Werte aufweisen.



