Mutter vor den Augen ihrer Kinder erstochen – Ex-Partner wegen Mordes vor Gericht
In einem erschütternden Familiendrama ist eine 30-jährige Mutter in Bremen vor den Augen ihrer beiden Kinder mit einem Messer niedergestochen worden. Die Frau erlag im Oktober 2025 noch am Tatort im Stadtteil Kattenturm ihren schweren Verletzungen. Ihr 33-jähriger Ex-Partner steht nun wegen heimtückischen Mordes vor dem Landgericht Bremen. Zum Auftakt des Prozesses äußerte sich der Angeklagte nicht zu den Vorwürfen.
Tödlicher Angriff auf dem Weg zum Spielplatz
Die dreifache Mutter hatte an jenem verhängnisvollen Sonntag gerade ihre Wohnung verlassen, um mit ihrer zweijährigen Tochter und ihrem zwölfjährigen Sohn zum Spielplatz zu gehen. Laut der detaillierten Anklage wurde sie plötzlich von einem mit schwarzem Schlauchschal vermummten Mann von hinten attackiert. Der Täter führte dem Opfer acht tiefe Stichverletzungen an Kopf, Hals und Oberkörper zu.
„Es war überall Blut“, schilderte ein Polizeibeamter, der zu den ersten Einsatzkräften am Tatort gehörte. Alle Versuche, das Leben der schwer verletzten Frau zu retten, seien vergeblich gewesen. „Es war schnell klar, dass da keine Chance mehr besteht“, fügte der Zeuge mit bedrückender Offenheit hinzu.
Kinder als traumatisierte Zeugen der Tat
Besonders grausam war der Umstand, dass die beiden kleinen Kinder den brutalen Angriff auf ihre Mutter miterleben mussten. Nach der tödlichen Attacke soll der Täter sogar den zwölfjährigen Jungen mit dem Messer am Rücken verletzt haben, bevor er vom Tatort flüchtete. Eine dritte Tochter der Frau befand sich zum Zeitpunkt der Tat noch in der Wohnung und wollte später zum Spielplatz nachkommen.
Der schwer traumatisierte Junge gab bei ersten Befragungen an, den vermummten Täter an seiner Statur und an den Augen erkannt zu haben. Dabei handele es sich um den Ex-Partner seiner Mutter, mit dem sie drei Jahre lang eine Beziehung geführt habe. Der Junge beschrieb diese Zeit als „keine schöne“ und berichtete von vielen Streitigkeiten und gewalttätigen Auseinandersetzungen. Den Ex-Partner seiner Mutter bezeichnete er als „schlimmen Narzissten“.
Hintergründe und mögliche Mordmerkmale
Laut Gerichtsangaben gab es zwischen dem Angeklagten und dem Opfer nach der Trennung heftige Sorgerechtsstreitigkeiten um die gemeinsame zweijährige Tochter. Der Vorsitzende Richter verwies darauf, dass der Angeklagte die Frau mehrfach mit dem Tod bedroht haben soll.
Fünf Tage nach der tödlichen Tat wurde der 33-Jährige festgenommen und sitzt seither in Untersuchungshaft. Am selben Tag fand die Polizei einen schwarzen Schlauchschal auf einer Hecke in der Nähe des Tatorts.
Das Landgericht wies darauf hin, dass neben dem angeklagten Mordmerkmal der Heimtücke möglicherweise auch „niedere Beweggründe“ vorliegen könnten. Dies wäre der Fall, wenn die Tat als „besonders verachtenswert“ und „auf tiefster Stufe“ einzustufen sei. Der Prozess wird am 24. April fortgesetzt, mit einem Urteil wird Anfang Juli gerechnet.



