1. Mai in Schwerin: Gewerkschaften warnen vor Sozialstaatsabbau
1. Mai in Schwerin: Warnung vor Sozialstaatsabbau

Unter dem Motto „Erst unsere Jobs, dann eure Profite“ fanden am 1. Mai in Schwerin Demonstration und Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) statt. Ziel war es, ein Zeichen für soziale Gerechtigkeit und Zusammenhalt zu setzen. Rund 200 Teilnehmer zogen vom Grunthalplatz zum Markt, um ihre Forderungen zu unterstreichen.

Redner fordern mehr Mitbestimmung und kritisieren Ungleichheit

Kristin Frosch, die neue Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), gehörte zu den Rednern auf dem Markt. Sie betonte, dass Deutschland nicht von Aktionären, sondern von arbeitenden Menschen zusammengehalten werde. Frosch forderte starke Personalvertretungen, die frühzeitig in Themen wie Digitalisierung, Arbeitsbelastung und Gesundheitsschutz einbezogen werden müssten. „Wer die Mitbestimmung stärkt, stärkt die Demokratie“, erklärte sie. Zudem kritisierte sie die anhaltenden Unterschiede bei Löhnen und Arbeitsbedingungen zwischen Ost und West, die mehr als 30 Jahre nach der Wiedervereinigung nicht hinnehmbar seien.

Verdi-Geschäftsführer: 1. Mai ist unser Tag

Steffen Kühhirt, Geschäftsführer des Verdi-Bezirks Schwerin, sprach ebenfalls auf der Kundgebung. Er betonte, dass der 1. Mai nicht nur für „Bier, Bratwurst und Hüpfburg“ stehe, sondern für die Verteidigung des Sozialstaats und von Arbeitnehmerrechten. Kühhirt kritisierte die wachsende Ungleichheit: „In der Bundesrepublik werden die Reichen immer reicher, während arbeitende Menschen nicht mehr wissen, wie sie ihren Alltag finanzieren sollen.“ Er wandte sich gegen die von der Bundesregierung geplanten Reformen im sozialen Bereich, insbesondere gegen die Diskussion um den Acht-Stunden-Tag. Seine Forderung: „Hände weg vom Arbeitszeitgesetz!“

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Rahmenprogramm und Solidaritätsveranstaltung

Neben den Reden nutzten Gewerkschaften, Parteien und Verbände die Mai-Feier auf dem Marktplatz, um sich an Ständen zu präsentieren und mit Bürgern ins Gespräch zu kommen. Für musikalische Unterhaltung sorgte die Gruppe „Green Milk Project“. Bereits am Vorabend des 1. Mai fand eine Solidarity-Reloaded-Veranstaltung des DGB unter dem Titel „Gitarre und Bass statt Hetze und Hass“ statt. Dabei traten unter anderem die „Iron Horses“ und die „Les Bummms Boys“ auf. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) und DGB-Bundesvorstandsmitglied Anja Piel hielten kurze Reden. Schwesig hob hervor, dass der 1. Mai ein Feiertag bleiben müsse, da er an den historischen Einsatz für Arbeitnehmerrechte erinnere.

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