Der Erfurter egapark, Thüringens größter Garten, feiert in diesem Jahr sein 65-jähriges Bestehen. Der Park präsentiert sich zu diesem Anlass in einem Blütenmeer aus Rot-, Gelb-, Weiß- und Blautönen. Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) bezeichnete den egapark bei der Jubiläumsfeier als das bedeutendste Gartendenkmal Deutschlands.
Ein Ort zum Durchatmen
Der Park wurde 1961 als Internationale Gartenbauausstellung (IGA) der DDR gegründet. Mit jährlich einer halben Million Besuchern und insgesamt 50 Millionen Gästen seit seiner Gründung zählt er zu den wichtigsten Tourismuszielen in Thüringen. Die Gestaltung des Parks, dessen Markenzeichen ein riesiges Blumenbeet mit ornamentartiger Farbgestaltung ist, sei zeitlos, ästhetisch und emotional, so Voigt. Der egapark mit dem Deutschen Gartenbaumuseum, das ebenfalls seit 65 Jahren besteht, solle auch in Zukunft ein „Ort für alle bleiben“, in dem Menschen in der schnelllebigen Zeit durchatmen könnten.
Investitionen und Modernisierung
Erfurts Oberbürgermeister Andreas Horn (CDU) erinnerte daran, dass der Park nach der deutschen Wiedervereinigung „auf der Kippe stand“. Er sei in Regie der Stadtwerke und mit großem finanziellem Aufwand erhalten worden. Horn betonte, dass die Erfurter in den Aufbau des Parks in den 1960er Jahren 364.000 freiwillige Arbeitsstunden investiert hätten – umgerechnet etwa 41 Jahre. Entstanden sei ein einzigartiges Gartenensemble mit Hallen und Spezialgärten.
Von einst etwa 60 Hektar wurde der Park in den 1990er Jahren auf 36 Hektar verkleinert. Seit 1992 steht der Park unter Denkmalschutz, geprägt von der Gartenarchitektur der 1960er Jahre. Anlässlich der Bundesgartenschau 2021 in Erfurt wurde der egapark modernisiert und unter anderem um ein Wüsten- und Urwaldhaus ergänzt. Dafür wurde ein zweistelliger Millionenbetrag investiert. Erfurt rühmt sich angesichts seiner bis ins 18. Jahrhundert zurückgehenden Gartenbautraditionen als Blumenstadt.
Japanische Gartenkunst am Wochenende
Am Wochenende geht es im Fels- und Wassergarten des Parks mit japanischer Gartenkunst weiter. Am Sonntag soll in der Szenerie von Azaleen, Rhododendren und in Form geschnittener Nadelgehölze japanische Kultur erlebbar sein, teilten die Stadtwerke mit. Zum Programm gehören fernöstliche Musik, Kampfkunst- und Trommelshows.



