Dieter Reiter tritt nach zwölf Jahren als Münchner Oberbürgermeister ab. Die AZ blickt zurück – mit den besten Fotos und einer Würdigung seiner Verdienste.
Habe die Ehre, Herr Oberbürgermeister! Dieter Reiter verlässt nach zwölf Jahren das Rathaus. Seine Amtszeit war geprägt von sozialen Erfolgen, aber auch von Kontroversen. Wir erinnern an die wichtigsten Momente.
Der Aufstieg des OB der kleinen Leute
Im März 2014 verteilt Dieter Reiter Rosen vor dem Einkaufszentrum PEP in Neuperlach. Alt-OB Schorsch Kronawitter unterstützt den Kandidaten. Reiter bezieht sich auf Kronawitters Satz, er wolle der „OB der kleinen Leute“ sein. Ein Gegenmodell zu Christian Ude, den viele als abgehobenen Schwabinger Bildungsbürger empfanden. Reiter wirkt wie ein ganz normaler Münchner – und gewinnt die Wahl.
Die Flüchtlingskrise 2015
Reiter wird 2015 plötzlich ins Rampenlicht gerückt. In München kommen Sonderzüge aus Ungarn an, viele Flüchtlinge landen in der Stadt. Reiter organisiert die Unterbringung, ist stolz auf die vielen ehrenamtlichen Helfer. Er spielt Gitarre vor Zehntausenden Demonstranten und wird zum Gesicht einer freundlichen Stadt.
Soziale Erfolge: U-Bahnen, Mietenstopp und Kindergärten
In seiner Amtszeit nehmen Planungen für U-Bahn-Strecken Fahrt auf, er erlässt einen Mietenstopp für Zehntausende städtische Wohnungen. Der Kindergartenbesuch wird kostenlos, was Familien trotz hoher Mieten in der Stadt hält. Reiter investiert riesige Summen in Schulneubauten. Auch kleine Entscheidungen wie Stühle in der Fußgängerzone prägen sein Bild.
Wiesn, Nockherberg und Kocherlball
Beim Anzapfen auf der Wiesn überzeugt Reiter Jahr für Jahr ein Millionenpublikum. Er spielt jahrelang im Singspiel auf dem Nockherberg und dirigiert das Platzkonzert der Wiesnwirte. Die Reiters fahren in der Kutsche auf die Wiesn – einer der großen Auftritte im Jahr.
Der Olympia-Entscheid
Ein ganz großer Erfolg: Der glasklare Bürgerentscheid pro Olympia-Bewerbung vor wenigen Monaten. Reiter schätzt die Stimmung richtig ein – anders als Vorgänger Ude.
Kontroversen und das Ende
Am Ende stolpert Reiter über fehlende Regeln zu Nebeneinkünften und den selbstherrlichen Umgang mit Kritik. In den Tagen vor der Stichwahl versucht er, sich auf den Ursprung zu besinnen: wieder vor dem PEP Rosen verteilen. Doch es ist zu spät. Mit Abstand dürften viele Münchner die Reiter-Jahre trotzdem in guter Erinnerung behalten.



