In Hartenstein (Landkreis Zwickau) ist eine neue Aussichtsplattform am Wismut-Schacht 371 eröffnet worden. Sie bietet Besuchern einen weiten Blick in die Montanregion Erzgebirge. Die Plattform sei ein weiterer Mosaikstein für die Präsentation des Wismut-Erbes, sagte die Geschäftsführerin der Wismut Stiftung, Julia Dünkel. Für den Bau wurden 353.000 Euro investiert, die aus dem ehemaligen Vermögen von Parteien und Massenorganisationen der DDR stammen.
Blick auf renaturierte Haldenlandschaft
Von der Plattform aus haben Besucher eine eindrucksvolle Sicht auf die einstige Haldenlandschaft von Aue-Bad Schlema und Schneeberg, die heute renaturiert ist, erklärte Dünkel. Zudem biete sich mit der ehemaligen Skiptrasse, auf der früher nicht brauchbares Gestein auf die Halde transportiert wurde, eine Sichtachse zum historischen Förderturm von Schacht 371.
Kulturministerin betont Bedeutung des Wismut-Erbes
Sachsens Kultur- und Tourismusministerin Barbara Klepsch (CDU) betonte bei der Eröffnung: „Das Wismut-Erbe gehört zu unserem kulturellen Erbe dazu.“ Von der Aussichtsplattform öffne sich der Blick in die Welterberegion Erzgebirge/Krušnohoří. Die Schachtanlage 371 und die renaturierte Haldenlandschaft stehen in der Montanregion für die Phase des Uranbergbaus.
Hintergrund: Uranbergbau der Wismut
Das Bergbauunternehmen Wismut hatte nach dem Zweiten Weltkrieg in Sachsen und Thüringen Uran abgebaut und für Atomwaffen und Kernkraftwerke der damaligen Sowjetunion aufbereitet. Dabei entstanden immense Umweltschäden. Nach der Wiedervereinigung kam das Unternehmen in Bundesbesitz mit dem Auftrag, diese Altlasten zu sanieren. Um die verbleibenden materiellen und immateriellen Hinterlassenschaften – das sogenannte Wismut-Erbe – kümmert sich die vor einigen Jahren gegründete Stiftung. Dazu zählen geologische Archivalien, das Traditionswesen der Bergleute, Erinnerungen von Zeitzeugen, Literatur, Filme und mehr als 4.000 Kunstwerke. Vorgesehen sind ein digitaler sowie zwei physische Präsentationsorte: Schacht 371 in Hartenstein und Ronneburg in Ostthüringen.
Ausstellungen vor Ort
In Hartenstein lockt zudem die Ausstellung „No Secret“, die über den Arbeitsalltag, den weltpolitischen Kontext des Uranbergbaus in der DDR, seine Folgen für Mensch und Umwelt sowie die Sanierung der Altlasten informiert. Außerdem wird eine Sammlung von Mineralien des ehemaligen Bergbaubetriebes Aue gezeigt. Beide sind an ausgewählten Tagen zugänglich. Am 11. Mai wird zudem eine Schau mit Fotografien von Thomas Stachelhaus unter dem Titel „Faszination Zollverein“ eröffnet, die den Wandel der Zeche und Kokerei in Essen zu einem Kultur- und Freizeitort zeigt. Anlass ist das Jubiläum 25 Jahre Unesco-Welterbe Zollverein.



