Boizenburg startet wegweisende Hitzeschutzübung in der Innenstadt
Wie lassen sich im Katastrophenfall alle Maßnahmen zum Hitzeschutz effektiv koordinieren? Diese zentrale Frage steht im Mittelpunkt einer großangelegten Übung, die am 25. April 2026 in Boizenburg stattfinden wird. Die Stadt plant eine umfassende Hitzeschutzübung mit Beteiligung von professionellen Einsatzkräften und freiwilligen Helfern, bei der Abläufe, Registrierungsprozesse und Einsatzkoordination unter simulierten Hitzebedingungen erprobt werden sollen.
Realitätsnahes Training für den Ernstfall
Die Übung beginnt um 10 Uhr am Rathaus und richtet sich explizit auch an spontane Helfer, die ohne vorherige Anmeldung teilnehmen können. Vor Ort werden diese registriert, erhalten eine kurze Einweisung und werden anschließend verschiedenen Einsatzbereichen zugeteilt. Das primäre Ziel besteht darin, die Zusammenarbeit zwischen professionellen Kräften und freiwilligen Unterstützern unter möglichst realistischen Bedingungen zu testen und weiterzuentwickeln.
Nach Angaben der Organisatoren sind derartige Hitzeschutzübungen in Deutschland bislang noch nicht weit verbreitet. Boizenburg kooperiert dabei mit dem ASB-Regionalverband Süd‑West‑Mecklenburg, um wertvolle Erfahrungen für künftige Planungen im Bevölkerungsschutz zu sammeln. Die Veranstaltung soll wichtige Erkenntnisse liefern, wie im Ernstfall jede Sekunde optimal genutzt werden kann.
Öffentliche Präsentation und Mitmachangebote
Die erste Auswertung der Übungsergebnisse wird am 3. Juni um 12 Uhr auf der „Interschutz“ in Hannover öffentlich vorgestellt. Für die realitätsnahe Durchführung werden noch freiwillige „Opfer“ gesucht, die leichte gesundheitliche Beschwerden wie Schwäche oder kleinere Verletzungen nachstellen möchten. Diese Gruppe kann sich vorab bei den Organisatoren anmelden.
Für interessierte Besucher vor Ort sind verschiedene Mitmachangebote geplant, darunter eine Station zum Sandsackfüllen, der „Heldenwagen“ des ASB mit speziellen Aktionen für Kinder sowie Verpflegung aus der Feldküche. Um 13.15 Uhr ist für alle Teilnehmer eine warme Suppe aus der ASB-Feldküche vorgesehen, verbunden mit einem ersten Lage-Update zur Übung.
Innovative Technologie zur Ersthelfer-Alarmierung
Begleitend zur Übung informieren die Veranstalter über die Smartphone-App „ASB SCHOCKT“. Nutzer können sich in dieser App als Ersthelfer registrieren lassen. In Regionen mit angebundenen Leitstellen – mittlerweile auch in Westmecklenburg – werden registrierte Personen bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand in ihrer Nähe alarmiert, um bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes lebensrettende Erste Hilfe leisten zu können.
Die App ist bundesweit verfügbar und enthält umfangreiche Hinweise zu Erster Hilfe und Notfallvorsorge. Einsatzkräfte anderer Hilfsorganisationen sowie interessierte Vertreter anderer Städte sind ausdrücklich zur Teilnahme an der Hitzeschutzübung eingeladen, um von den gewonnenen Erkenntnissen zu profitieren.



